Der Filmblick
Bilder von den “Save our Children” Dreharbeiten:
Den Film gibts hier.
Tom in Ghana
Bilder von den “Save our Children” Dreharbeiten:
Den Film gibts hier.
(Geschrieben am Donnerstag den 16.10.09)
Wir stecken gerade von Kopf bis Fuß in einem neuen Filmprojekt. Unserm ersten richtigen Filmprojekt, das ich zusammen mit den Jugendlichen vom Youthclub mache. Wenn es jetzt etwas verwirrt. Ihr werdet mehr verstehen wenn ihr den nächsten Eintrag lest in dem alles über unser “Save our Children” Filmprojekt steht.

Heute stand schneiden auf dem Programm. Gestern hatten wir den letzten Teil von Part 2 gedreht und uns nochmal richtig ins Zeug gelegt. Wir waren dafür von 6:00 Uhr bis 08:00 Uhr und von 12:00 Uhr bis 19:00 Uhr unterwegs. Morgens zu dritt, mittags zu acht. Alle Jugendlichen (zwischen 13 und 18) waren richtig Motiviert und jeder wollte vor die Kamera und seine Vision oder seinen Wunsch zum eigens gewählten Thema Umweltschutz abgeben.
Wer gerade nicht dran war konnte entweder mit der zweiten Kamera mitfilmen oder mit meiner Fotokamera Szenenbilder schießen. Volles Programm und weil jeder so gut mitgemacht hat, habe ich dann bei Drehschluss für jeden von uns eine Runde Süßigkeiten gesponsort.

Man hat beim Dreh gemerkt, dass einige schon länger nicht mehr am Strand waren und sich freuten hier zu sein. Während wir uns vor der Kamera ernsthaft über das Abtragen vom Sandstrand und dessen Folgen auseinandergesetzt haben, haben ein paar der kleineren hinter der Kamera Räder im Sand geschlagen.
Wenn das nicht ein angenehmes Arbeitsklima am Set ist.
Und weil wir gestern fast alles fertig gedreht haben, habe ich heute den ganzen Tag über geschnitten. Es wird gut. Als erste Filmaufgabe bzw. Übung für die Jugendlichen ideal und eine gute Aufwärmübung für uns alle.

Wieso heißt dieser Eintrag denn überhaupt „100 verschwendete Sekunden“?? Das liegt daran, dass mir heute in 100 Sekunden klar geworden ist, wie wenig ich Deutschland eigentlich vermisse! Adrian kam zurück aus Cape Coast und war in einem Internetkaffee, das ausnahmsweise mal schnelles Internet hatte. Mit im Gepäck hatte er den aktuellen “100-Sekunden-Tagesschau-Podcast”.
Gestern hat Milena am Telefon auf die Frage: „Wie ist Deutschland so nach einem Jahr?“ geantwortet: „Die depressiven Busfahrer gibt es immer noch!“. Und in der Tat…Die Deutschen haben so viel im Überschuss und sind trotzdem oftmals Unzufrieden und negativ Eingestellt.
Kein Wunder wenn man dran denkt wie man jeden Tag mit Scheiße gefüllt wird wenn man nur das Radio oder den Fernseher anmacht, dessen Programm immer mehr abflacht. Stündlich sagt dir einer wer sich wo gesprengt hat, wie viele bei irgendeinem Erdbeben gestorben sind und was sonst noch so grausames in der Welt vorgeht. Im Fernseh läuft der Xte Boxkämpf, die gefakte Talkshow und eine Super Nanny, Taff, Stephan Raab oder Galileo-Mystery-Folge die dich noch mehr in Dummheitstrance versetzen. Pünktlich um 20:00 Uhr bekommst du nochmal deine Ration verfälschte Kriegsnews aus dem Irak und noch mehr (Des)Informationen vom Kriesenjournalismus aus den restlichen Teilen der Welt. Dann das Wetter, das nicht immer stimmt und man eh nicht beeinflussen kann.
Ich bin froh, dass ich Filme unter mit dem „start2think“ Gedanke mache und da auch inhaltlich darauf achte, sonst würde ich glatt ein schlechtes Gefühl bekommen in dieser Branche gerne zu Arbeiten.
Auf jeden Fall haben wir die Tagesschau geguckt die über 10.000 geklaute strengvertrauliche Kundendaten, über Stimmenstreit bei den traurigen Wahlen (CNPDU) und über eine gerichtlich genehmigte fristlose Kündigung, weil eine 53 jährige Altenpflegerin sechs Maultaschen unerlaubt von ihrem Arbeitsplatz entwendet hat, berichtet. Und dann noch schnell das Wetter. Hundert verschwendetet Sekunden und mehr unnützes Wissen – Danke Deutschland! Durch die Tagesschau habe ich wenigstens gemerkt wie selten ich an Deutschland denke. Bis auf meine Familie, Freunde und ein paar Bekannte, Musik, gutes Essen und die Chance mehr Filme zu machen holt mich gedanklich fast nichts mehr nach Deutschland. Ist echt enorm wie schnell man sich hier einlebt. 23:58 Uhr, 28°C und Grillen die draußen rumziepen. Ich zieh die Kopfhörer auf und höre RJD2. „F.H.H.“. Die Ohren gespannt auf die letzte Minute vom Track.
( Geschrieben am Sonntag den 04.10.09)
Ihr seht, wie es ausarten würde wenn ich ab jetzt jeden Tag genau so beschreibe wie die ersten Vier. In den ersten Tagen hatte ich auch noch keine Arbeit und viel mehr Zeit abends über alles zu schreiben. Mittlerweile sind wir 18 Tage hier und es hat sich einiges geändert. Langsam beginnen unsere Projekte und auf dem Tagesplan ist das Arbeiten an erster Stelle. Ich habe mittlerweile viele Leute kennen gelernt, die lieben Youthclub Kids getroffen und ein paar ghanaische Freunde gefunden.
Die erste Woche hier sollte für uns eine Woche sein in der wir neben den AIM. Meetings einfach in Komenda ankommen und uns langsam einleben.
Und so sah mein „Einleben“ aus:
Milena, die Sängerin, die das Musikprojekt leitet, ist nur noch bis morgen hier und geht dann erstmal für fünf Wochen nach Deutschland. Letzte Woche Dienstag saßen wir gechillt im Wohnzimmer und sie erzählte mir, dass sie so gerne noch etwas aufgenommen hätte bevor sie nach Deutschland geht. Es sei aber nicht möglich, da Mike der „Producer“ aus Cape Coast zur Zeit kein Mikrofon hat.
Haha! Wie genial, dass ich mein halbes Studioequipment aus Deutschland mitgenommen habe.
Milena ist überglücklich, weil sie noch was aufnehmen kann und schmeißt sofort die Musik an. Innerhalb von 50 Minuten ist der Track „why cry.“ und in nochmal der gleichen Zeit den Track „Oh Woman Don´t Cry“ schreibt.
Mittwoch sind wir dann sofort zu Mike nach Cape Coast gefahren, der in einen alten „Beauty Saloon“ sein Mini-Studio hat. Er war oberglücklich über das Mikrofon und das Interface (das ich ihm jetzt erstmal geliehen habe) und hat sich den ganzen Tag Zeit genommen. Nach gut sechs Stunden Recording waren beide Tracks im Kasten. Mike und ich haben uns super ergänzt, da wir uns beide mit dem Recordingprogramm auskennen. Während der Aufnahmen habe ich mit einer kleinen Kamera ein bisschen nebenbei mit gefilmt. Dadurch wiederum kam die Idee, dass man eigentlich noch ein kleines Musikvideo drehen könnte. Gesagt getan.
Den ganzen Donnerstag sind wir durch Komenda gezogen und haben zusammen mit den Youthclub Kids ein paar echt tolle Einstellungen hin bekommen – und jede Menge Spaß gehabt! Dafür, dass wir alles an einem Tag aufgenommen haben und nicht mal ein Drehbuch hatten kann sich das Ergebnis sehen lassen. Nach einer langen Cuttingnacht war das Viertagesprojekt abgeschlossen.
Viel Spaß mit „why cry.“ und mit den ersten visuellen Impressionen aus dem schönen Komenda,
euer Tom
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(Donnerstag der 17.09.09)
Wir sind drin! Wir sitzen im Flieger!!
Es ruckelt kurz und schon heben wir ab. Wir lassen des Stress des Packens, des Wartens, des Verabschiedens, Vereinbarens, des Impfens, des langatmigen Medizinkaufens (was überwiegend sinnlos war, wie sich hier raus stellt) und jeglichen anderen Stress hinter uns und heben ab in die unbekannte aber doch spürbare Ferne.
[weiterlesen...]
Man kennt es. Das Gefühl, dass man am liebsten alles was man erlebt festhalten würde. Dieses dringende Bedürfnis hatte ich die ersten Tag die ich hier war bis ich nach vier Tagen gemerkt habe, dass es nicht klappt bzw. ich nicht die Zeit habe jeden Tag alles auf zu schreiben. Trotzdem habe ich in den ersten Tagen eine Menge geschrieben, die ich euch nicht vorbehalten will.
PS: Um den Blog textlich nicht zu überfüllen habe ich den Bericht über die ersten vier Tage als PDF zum Download bereit gestellt. Der Text ist für alle „Lesefaulen“ auch mit vielen Bildern gefüllt! Nur anklicken, downloaden und dann auch direkt schon los lesen. Jetzt erstmal viel Spaß und
AKWAABA! – Welcome to Ghana!
…noch was generelles für den Blog. Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.
NEWS: Ich verzweifel gerade an der langsamen Verbindung. Wenn sie noch ein kleines bisschen langsamer wird, läuft sie rückwärts.
Das PDF kann ich deshalb gerade nicht uploaden – für den kleinen Text habe ich schon 2 Stunden gebraucht.
Ich lade es hoch sobald ich die Richtige Verbindung habe. Noch ein klein bisschen Geduld.
UPDATE: Der Bericht ist jetzt hier!
Ich habe lange überlegt mit welchem Wort ich meinen Ghana-Blog beginnen soll – ich denke Reizüberflutung trifft die momentane Situation definitiv am besten. Ich wusste lange wirklich nicht wie und vor allem wo ich anfangen soll, denn es passiert hier jeden Tag so viel, dass es unmöglich ist alles fest zu halten. Trotzdem ist dieser Blog ein versuch euch einen Einblick in meine Welt zu verschaffen, die ich gerade selber neu erkunde. Bevor ich beginne will ich noch einmal allen ganz herzlich danken, die sich für meine Arbeit, meine Organisation (aim-ev.org) und Ghana interessiert und mein Projekt und AIM. unterstützt. Danke!
Euer Tom
“Das alte Afrika ist gestorben, das Neue noch nicht geboren.
Ein Kontinent zerrissen zwischen Tradition und Moderne.”
- Bartholomäus Grill
Ich lebe! Etwas verschollen aber ich lebe! Und dazu geht es mir noch sehr gut! Ich bin gut angekommen, habe mich eingelebt, erfolgreich mit den ersten Projekten begonnen UND angefangen Ghana zu lieben!
Aber davon werdet ihr bald mehr erfahren, denn im Laufe der nächsten Woche werden die ersten Einträge online gehen. Es ist ja nicht so, dass ich hier einen Monat den Blog vernachlässigt hätte. Ich kam nur nicht zum Uploaden. Leider gab es den ersten Monat, den ich hier bin, so gut wie kein Internet. Tägliche Stromausfälle, extrem langsame Verbindungen und der weite Weg zum Internet waren in erster Linie der Grund für den verspäteten Start(2think) des Blogs. Ein Sorry dafür.
[weiterlesen...]
Hier ein Beitrag von Tom aus dem AIM. Blog:
Es ist schwer einen Anfang zu finden, da wir in dieser kurzen Zeit schon so viel erlebt haben und ich am liebsten gleich damit anfangen würde. Nun mal von vorne. Meine Idee war es, für die Jugendlichen vom AIM. Youth Club einen Filmworkshop anzubieten. Filmemachen – und das in Afrika? Diese Frage kam das ein oder andere mal als ich noch in Deutschland war. Wenn man aber überlegt, dass Nigeria (Nollywood) nach Hollywood und Bollywood die drittgrößte Filmproduktion der Welt ist , ist der Gedanke gar nicht mehr so falsch. Film und Fernsehen ist schwer im Kommen.
Das heißt gleichzeitig neue Perspektiven, neue Berufsgruppen, neue Chancen. Ich finde es wichtig, dass die Jugendlichen auch lernen, dass es durchdachtes, lehrreiches und nachhaltiges Filmemachen gibt, da die Gefahr des Abkopierens des westlichen „TV-Mülls” (Talkshows, billige Soaps und Werbung) groß ist. Mittlerweile hat es sich rumgesprochen und die Nachfrage und das Interesse der Jugendlichen steigt. Parallel plane ich, ein Open-Air-Cinema aufzubauen, um die Filme die im Workshop entstehen, den Einheimischen zu zeigen und darüber hinaus mit einem „guten” Filmprogramm die afrikanische Kultur zu fördern.
Quelle: http://africahelp.org/blog/aim/die-neuen-aim-voluntaere/
Willkommen zum Blog von Tom in Ghana!
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