Veröffentlicht von tom am 25. Juni 2010 in Film, Ghana, Musik
Ich mach es kurz.
Im Grunde wollte ich (schon während der Dreharbeiten) über den sau spannenden aber doch auch hektischen und extrem anstrengenden Dreh dieses Videos berichten. Aber das lasse ich jetzt erstmal außen vor und präsentiere euch das Endprodukt!
Wir.
Milena, die Kids vom Youth Club, ein paar der 4/20. Studios Mitglieder und ich haben etwas auf die Beine gestellt, das jetzt in ganz Ghana gesehen wird. Ihr wisst, wir haben in unserem Youth Club auch eine Musikgruppe. Zusammen mit Milena hatten die Kids einen Song für das ghanaische WM-Team gemacht.
Also habe ich mit meiner Gruppe einen Film dazu gedreht! Wegen des Zeitdrucks waren meine Kids diesmal vor der Kamera aktiv. Aber wir haben es pünktlich geschafft! Einen Tag vor dem Spiel Deutschland/Ghana war ich fertig mit dem Schneiden und so sind Milena und ich nach Accra gefahren und haben es an verschiedene Fernsehstationen verteilt. Der Film läuft mittlerweile auf allen großen Fernsehstationen im ganzen Land (GTV, TV3, MetroTV etc.) und wird immer wieder gespielt.
Da ich in Accra war hatte ich auch die Gelegenheit es hoch zu laden. Es war echt anstrengend und hat mich ca. 12 Stunden gekostet aber jetzt ist es online also will euch nicht weiter auf die Folter spannen und deshalb wünsche ich euch viel Spaß mit dem Clip!
Für alle bei denen das Video hier nicht zu sehen ist…
Hier der Link zum Video: http://www.youtube.com/watch?v=lfP7C_OUSsk
(Leider ist die Qualität bei YouTube nicht ganz so gut wie das Original…liegt an der sehr schlechten Internetverbindung
Ach übrigens. Über den Sieg der Deutschen gegen Ghana waren die Ghanaer keineswegs böse. Ganz im Gegenteil. Da alle weiter sind wurde auch hier für Deutschland mitgefeiert und zwar die ganze Nacht! Generell liebt man Deutschland hier. WE ARE ONE!
Veröffentlicht von tom am 8. Februar 2010 in Musik
Milena hat sich durch ihre Musik hier relativ viel Respekt in der Musikszene erarbeitet und so ist es für mich möglich (Wer es noch nicht wusste, ich bin auch Musiker) über sie einige sehr gute Musiker kennen zu lernen.
Als wir in Cape zusammen mit einer Gruppe lokalen Jugendlichen aßen wurde das Handy angemacht, der Beat aufgedreht und die Freestylesession ging los. Erst Gesang, dann Fante-Rap, dann Englisch-Rap und dann Deutsche-Rap. Ghanaer mögen anscheinend den Klang von deutschem Rap, weit mehr als ich gedacht hatte, denn die Resonanz war so positiv, dass man im Anschluss über mögliche Zusammenarbeiten und Studiobesuche reden konnte. Seit diesem Tag war ich gespannt endlich mal in ein neues ghanaisches Studio zu kommen. Vorher hatten wir ja schon bei Mike recordet (der immer noch mein Equipment hat) aber diese Jungs sind nochmal was anderes – ein ganze klasse höher!
„420 Studios“ ist der Name einer Gruppe sehr talentierter Sänger, Rapper und Producer die, fast genau wie Robin (Rapartee) und ich (SnaRe) (www.nastysky.com), sich ein Studio aufgebaut haben.
Ich wähle die Nummer von „Ojah“ dem Producer, und kurze Zeit später steht fest, dass wir uns morgen im Studio treffen können. Als ich am nächsten Tag aus dem Trotro steige, warten schon drei von ihnen auf mich. Baggypants, Shorts, Eckoshirts – diese Jungs sehen schon aus wie HipHop. Wir laufen zum Studio. Auf dem Weg werden erstmal dutzende Leute gegrüßt. Das Studio ist im Haus des Produzenten und hat eigentlich alles was man benötigt. Das große Stahltor geht auf und im Innenhof sieht man zwei in Liegestühlen, einer der am Auto steht und zwei die diskutieren – jeder mehr Hiphop als der andere. Das sieht nach einer guten Zeit aus! Ich fühle mich gleich wohl – nicht weil ich mich heute auch mehr HipHop angezogen habe als sonst und mich deshalb schon wohl fühle, sonder weil die Jungs, die ich bis jetzt kenne alle sehr nett sind. Die Musik dröhnt schon aus dem Studio als wir uns nähern. Im Studio sind nochmal vier Leute die gerade einen neuen Track aufnehmen. Nach einer Stunde ist diese Aufnahme fertig und sie verabschieden sich. Nun haben wir das Studio für uns und fangen gleich an zu planen. Kurze Zeit später, steht fest auf welchen Beat wir ein Kollabo machen. Während ich meinen Text schreibe erklärt mir der Produzent wie das Musikbuissens in Ghana funktioniert und was seine Pläne sind um 420 mehr zu verbreiten. 420 gibt es erst seit 6 Monaten (jeder hat aber schon mehrere Jahre Musikerfahrung) und von daher soll die Promo erst 2010 richtig los gehen. Im Grunde ist das genau der Knackpunkt. Musikalischeoberliega aber keiner das Corporate Design fehlt! An dieser Stelle kann ich behilflich sein – und so habe ich die nächste drei Tage nach diesem Treffen an einem Logo gearbeitet. Schritt für Schritt werde ich während meiner Freizeit mithelfen 4/20 aufzubauen.
Das Lied an dem wir arbeiten hat ein simple Hook aber eine tiefe Massage. Die Hook sagt, dass wir feiern und ihr besser vorbei kommen solltet weil ihr sonst ganz schön was verpasst. Die Massage meint, dass wir zusammen kommen sollen um zu erkennen ,dass wir ein und das selben sind und das unsere Vorstellungen übereinander oft sehr surrealistisch sind. In meinem Teil spreche ich die Deutschen an die, wie ich bei mir selber gemerkt habe, in vielen Bereichen ein sehr verzerrtes Bild von „Afrika“ haben. Weil man es in einem Track nicht wirklich beschreiben kann wie Afrika wirklich ist -weil diese Vielschichtigkeit nie so rüber kommen -und wieder ein verzerrtes Bild ergeben würde – sagen ich/wir das ihr (die Deutschen) einfach vorbei kommen sollt– und es selber sehen müsst was hier abgeht. Wenn man ZUSAMMEN feiert kommt schon die Erkenntnis! Als wir fertig sind mit schreiben, rappt jeder seinen Part in einer fetten Session vor und „Changes“ sinkt die Hook.
Wir sind zufrieden und gehen erstmal was essen. Als wir wiederkommen klemmen sich Ojah voller Motivation hinter das Keyboard und wir bauen gemeinsam einen Beat in Fruty. Parallel wird Cubase SX 3 installiert. Softwaretechnisch sind „4/20“ genau so gut ausgestattet wie deutsche Produzenten und Ojah hat verdammt flinke Finger was das Beatbauen angeht.
Da er sofort versteht was ich meine wenn ich sage „make the bass deep like booooooomchaa“ ,„what do you think of tam tam da da tatatm bmzss“ oder „try to bring moor feeling into the hat“ kommen wir gut voran und haben ein Beat kreiert der sogar eine raegaartige Brige enthält aber doch überwiegend vom Piano geleitet wird. Nur schade das Ojah keine Geigen hatte – die wären noch die Krönung im Beat gewesen.
Alles in allem waren wir sehr Produktiv – nächstes Wochenende wollen wir uns ans recorden machen. „Now we are one family“ sagt Ojah zuversichtlich und drückt mich als wir uns verabschieden. „Brother, together we go boooom!“ sagt Changes und hebt die Faust die sich in der Luft mit meiner trifft – jeder Klopft seine Faust auf seine Brust und nickt. Ich steig ein und fahr wieder zurück ins etwas ruhigere aber doch schöne Komenda um dort für AIM. weiter zu Arbeiten.
Und so sah also mein freier Tag und meine Freizeitbeschäftigung für diese Woche aus.
Veröffentlicht von tom am 7. Dezember 2009 in AIM, Musik
Gerade vor Weihnachten macht man sich immer wieder Gedanken, was man denn mal schenken könnte, was man noch nicht geschenkt hat … dazu kommt noch, dass es gut wäre wenn das Geschenk preisgünstig ist, lange hält und kreativ gestaltet ist.
Ich kann euch stolz die Lösung für das jährlich aufkommende “Geschenkemangelproblem” präsentieren, an der wir die letzte Zeit gearbeitet haben…
Der “AIM. KALENDER 2010″ und die “Riddims for Education” AIM. CD!!
Veröffentlicht von tom am 24. November 2009 in Film, Musik
( Geschrieben am Sonntag den 04.10.09)
Ihr seht, wie es ausarten würde wenn ich ab jetzt jeden Tag genau so beschreibe wie die ersten Vier. In den ersten Tagen hatte ich auch noch keine Arbeit und viel mehr Zeit abends über alles zu schreiben. Mittlerweile sind wir 18 Tage hier und es hat sich einiges geändert. Langsam beginnen unsere Projekte und auf dem Tagesplan ist das Arbeiten an erster Stelle. Ich habe mittlerweile viele Leute kennen gelernt, die lieben Youthclub Kids getroffen und ein paar ghanaische Freunde gefunden.
Die erste Woche hier sollte für uns eine Woche sein in der wir neben den AIM. Meetings einfach in Komenda ankommen und uns langsam einleben.
Und so sah mein „Einleben“ aus:
Das erste Filmprojekt
Milena, die Sängerin, die das Musikprojekt leitet, ist nur noch bis morgen hier und geht dann erstmal für fünf Wochen nach Deutschland. Letzte Woche Dienstag saßen wir gechillt im Wohnzimmer und sie erzählte mir, dass sie so gerne noch etwas aufgenommen hätte bevor sie nach Deutschland geht. Es sei aber nicht möglich, da Mike der „Producer“ aus Cape Coast zur Zeit kein Mikrofon hat.
Haha! Wie genial, dass ich mein halbes Studioequipment aus Deutschland mitgenommen habe. Milena ist überglücklich, weil sie noch was aufnehmen kann und schmeißt sofort die Musik an. Innerhalb von 50 Minuten ist der Track „why cry.“ und in nochmal der gleichen Zeit den Track „Oh Woman Don´t Cry“ schreibt.
Mittwoch sind wir dann sofort zu Mike nach Cape Coast gefahren, der in einen alten „Beauty Saloon“ sein Mini-Studio hat. Er war oberglücklich über das Mikrofon und das Interface (das ich ihm jetzt erstmal geliehen habe) und hat sich den ganzen Tag Zeit genommen. Nach gut sechs Stunden Recording waren beide Tracks im Kasten. Mike und ich haben uns super ergänzt, da wir uns beide mit dem Recordingprogramm auskennen. Während der Aufnahmen habe ich mit einer kleinen Kamera ein bisschen nebenbei mit gefilmt. Dadurch wiederum kam die Idee, dass man eigentlich noch ein kleines Musikvideo drehen könnte. Gesagt getan.
Den ganzen Donnerstag sind wir durch Komenda gezogen und haben zusammen mit den Youthclub Kids ein paar echt tolle Einstellungen hin bekommen – und jede Menge Spaß gehabt! Dafür, dass wir alles an einem Tag aufgenommen haben und nicht mal ein Drehbuch hatten kann sich das Ergebnis sehen lassen. Nach einer langen Cuttingnacht war das Viertagesprojekt abgeschlossen.
Viel Spaß mit „why cry.“ und mit den ersten visuellen Impressionen aus dem schönen Komenda,