Veröffentlicht von tom am 4. Februar 2010 in
Komenda
Ich sitze auf der kleinen Couch in Solomons kleinen Raum. Wir haben 18:30 Uhr und draußen wird es langsam dunkel. Neben mir brummt der Ventilator. An der Wand vor mir hängt ein Poster von Martin Luther King, daneben ein Foto das Solomon zeigt wie er mit Wollmütze und riesen Winterjacke in New York vor einem Wolkenkratzer steht. Darunter steht ein Fernseher auf dem Fußball läuft. Solomon sitzt gegenüber von mir auf einem Sessel. Wir unterhalten uns schon seit gut zwei Stunden. Es klopft. Solomon bittet die Person rein aber als Antwort kommt nur ein Kinderstimmchen das irgendwas auf Fante sagt. Solomon steht auf und sagt zu mir, dass ich mitkommen kann wenn ich will, es wäre jetzt Geschichtszeit – die Kinder warten schon. Wir gehen aus seinem Raum in einen kleinen Innenhof der von Häusern eingerahmt ist. Eine große Wohngemeinschaft, wie ich es von meinem Zuhause kenne. Wir laufen an einer Gruppe Frauen vorbei die gerade Essen machen und passieren einen schmalen Gang, der aus dem Innenhof raus führt. Und tatsächlich. Ich sehe 12 Kinder die auf einer kleinen Mauer sitzen und Solomon erwartungsvoll angucken. Die Geschichtszeit beginnt. Ein kleines Mädchen bringt Solomon einen Hocker und setzt sich zu der Gruppe von Kindern dazu. Solomon fängt an zu erzählen und bringt die Kinder immer wieder dazu auch auf zu stehen und selber was den anderen zu erzählen. Auch wenn ich kein Wort verstehe sagt die Körpersprache von Solomon und den Kinder sehr viel aus. Außerdem lachen und applaudieren die Kinder immer wieder während Solomon erzählt. „Ich wünschte ich könnte das mal fotografieren“ denke ich mir. Kaum eine Minute später holt Solo während dem erzählen eine Kamera aus seiner Tasche und gibt sie mir kommentarlos. Ich knips ein paar Bilder und höre weiter gespannt zu.

Als Solo fertig ist, jubeln die Kinder und gehen zurück in ihrer Häuser. Solo, Kalusha (ein junger Mann den ich beim letzten Solo-Besuch schon kennen gelernt habe) und ich stehen noch eine Weile zusammen. Ich frage Solo um was es bei der Geschichte ging. „Oh, es war nicht eine sondern drei Geschichten und außerdem haben die Kinder auch auch noch welche erzählt.“
Als mich Solomon zur Trotrostation bringt, sagt er mir das er dieses Geschichtserzählen ab jetzt jeden Abend machen will.
„Es ist wichtig diese Geschichten weiter zu geben die ich selber von meinen Großeltern abends am Feuer erzählt bekommen habe. Die Kinder sind sehr interessiert und lernen schnell – wenn sie den ganzen Tag im Haus sind muss man das irgendwie unterstützen. Siehst du. Ich hab gestern damit angefangen und es waren zwei Kinder da. Sie haben es ihren Freunden aus der Nachbarschaft erzählt und heute waren es schon 12.
„A short story with a moral lesson is stronger than a big book without one!“
- Kalusha
Veröffentlicht von tom am 11. Januar 2010 in
Ghana
Ein neues Jahr. Ich bin wieder da!
Nach einer kleinen Pause, die nebenbei bemerkt eine der schönsten meines Lebens war, schreibe ich endlich mal wieder einen Eintrag für den Blog. Mittlerweile platze ich fast vor Lebensenergie! Ghana a dey go crazyo! Ich habe so viele vor für die kommenden neuen Monate, dass mein Kopf gerade auf drei Spuren fährt um alles noch parallel mit gleicher Geschwindigkeit bearbeiten zu können. 2010 wird ein produktives Jahr. Lass euch überraschen! Ich will jetzt noch nicht alles verraten, bis auf das es einfach genial wird. Aber erstmal lade ich noch die alten Einträge hoch und start(2think)e noch einen kleinen Versuch.

“Könnt ihr euch die Stadt vorstellen?”
Ich mache jetzt einen Versuch euch ansatzweise zu schildern warum ich mich hier so wohl fühle.
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Veröffentlicht von tom am 7. Dezember 2009 in
AIM,
Musik
Gerade vor Weihnachten macht man sich immer wieder Gedanken, was man denn mal schenken könnte, was man noch nicht geschenkt hat … dazu kommt noch, dass es gut wäre wenn das Geschenk preisgünstig ist, lange hält und kreativ gestaltet ist.
Ich kann euch stolz die Lösung für das jährlich aufkommende “Geschenkemangelproblem” präsentieren, an der wir die letzte Zeit gearbeitet haben…
Der “AIM. KALENDER 2010″ und die “Riddims for Education” AIM. CD!!
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Veröffentlicht von tom am 1. Dezember 2009 in
AIM,
Film
…and Action!
Das erste richtige Filmprojekt kam schneller als geplant.
Beginnen wollte ich meinen Filmworkshop eigentlich, indem man auf spielerische und interessante Weise die wichtigsten theoretischen Ansätze der Filmproduktion vermittelt und dann mit dem praktischen Teil anfängt. Durch das „Galli Movie Project“ wurde die Reihenfolge kurzerhand umgedreht. Es stellte sich schnell als sehr gute Einstiegsaufgabe für die Jugendlichen heraus und verstärkte die Motivation im Anschluss mehr vom Drehen und Schneiden zu lernen. Manchmal tut es eben gut ins kalte Wasser geworfen zu werden – gerade wenn es hier immer über 25°C warm ist.
Beim Galli-Movie-Project geht es darum, dass man Jugendlichen in Form eines künstlerischen Projekts (Film) eine Plattform gibt, auf der sie ihre Wünsche, Visionen und Meinungen über ihr soziales Lebens- und Wohnumfeld frei äußern können. Das Projekt ist ein internationales Projekt. Verschiedene NGO´s in den unterschiedlichsten Ländern der Welt nehmen an diesem Projekt teil. Anschließend werden in der Zentrale in Deutschland alle Kurzfilme (max. 15 Min) gesammelt.
Um raus zu finden, über was die Jugendlichen gerne sprechen wollen, trafen wir uns alle und kamen schnell auf das Thema des Films. Jeder der Jugendlichen wollte gerne etwas zum Thema Umweltverschmutzung sagen. Ich war wirklich erstaunt wie schnell beim Brainstorming Umweltthemen zusammen kamen, über die berichtet werden sollte. Durch Amina, das jüngste Mitglied im Youthclubs, kam der Titel „Save our Children“ zustande. Volle Motivation und alle sind dabei! Eben ein klasse Start. Francis, ein sehr engagiertes Mitglied des Youth Clubs, und ich haben darauf hin das Drehbuch für den Film geschrieben. Es war am sinnvollsten den Film in zwei Parts zu teilen. In Part 1 geht es darum, Komenda und die Lebenssituation vor Ort erstmal den Zuschauer vorzustellen, bevor man im zweiten Part die Umweltverschmutzung zeigt und die Visionen und Wünsche für eine besser Zukunft anspricht.
Wir haben uns für den ersten Part gedacht, dass dies am besten geht, wenn uns Jugendliche selber durch Komeda führen. Dafür haben wir zwei gute Routen geplant die einmal von einem Jungen (Francis) und einmal von einem Mädchen (Cathrin) gezeigt werden. Während Francis Route ganz Komenda zeigt, zeigt Cathrins Route wie man in Komenda lebt und wohnt. Wir haben die Routen unabhängig voneinander gedreht, beim Schneiden wurden sie aber vermischt, so dass es aussieht als ob Francis und Cathrin gleichzeitg laufen. An einer Stelle treffen sie sich sogar.
Durch einen guten Zeitplan konnten wir den gesamten Part 1 an einem Tag drehen und am darauf folgenden Tag angefangen die Wünsche der Jugendlichen und gleichzeitig die Umweltprobleme in Komenda mit 25 Bildern in der Sekunde fest zu halten. Ich kann nicht genau sagen was bei den Dreharbeiten das Beste war. Die gute Arbeitsatmosphäre, die Crew oder, dass fast alles so geklappt hat wie es im Drehbuch stand und jeder am Ende glücklich war, mit dem, was er zum Film beigetragen hat. Normalerweise hätte man sich noch mehr Zeit nehmen sollen um alles etwas lockerer an zu gehen und noch sauberer zu arbeiten – aber der Abgabetermin für das Projekt war nicht von uns festgelegt. Am Ende haben wir es in nur 13 Tagen von der Idee bis zum geschnittenen Endprodukt geschafft. Zum Abschluss haben wir uns alle in der „Stadthalle von Komenda“ getroffen, und mit Popcorn, Keksen und kalten Getränken den fertigen Film per Beamer auf der Wand geguckt.
Jetzt wünschen WIR euch viel Spaß mit unserem Film.
Start2think & Save our Children.
Me da wo ase! (Danke!)
Euer Tom Plümmer
Download HQ Version (MP4, 338 MB)
PS: Ich gebe Feedbacks auf Wunsch auch an die Jugendlichen weiter.
Veröffentlicht von tom am 12. November 2009 in
Komenda
Artikel als PDF herunterladen (1,25 MB)

Über den Wolken
(Donnerstag der 17.09.09)
Wir sind drin! Wir sitzen im Flieger!!
Es ruckelt kurz und schon heben wir ab. Wir lassen des Stress des Packens, des Wartens, des Verabschiedens, Vereinbarens, des Impfens, des langatmigen Medizinkaufens (was überwiegend sinnlos war, wie sich hier raus stellt) und jeglichen anderen Stress hinter uns und heben ab in die unbekannte aber doch spürbare Ferne.
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Veröffentlicht von tom am 7. November 2009 in
Komenda
Man kennt es. Das Gefühl, dass man am liebsten alles was man erlebt festhalten würde. Dieses dringende Bedürfnis hatte ich die ersten Tag die ich hier war bis ich nach vier Tagen gemerkt habe, dass es nicht klappt bzw. ich nicht die Zeit habe jeden Tag alles auf zu schreiben. Trotzdem habe ich in den ersten Tagen eine Menge geschrieben, die ich euch nicht vorbehalten will.
PS: Um den Blog textlich nicht zu überfüllen habe ich den Bericht über die ersten vier Tage als PDF zum Download bereit gestellt. Der Text ist für alle „Lesefaulen“ auch mit vielen Bildern gefüllt! Nur anklicken, downloaden und dann auch direkt schon los lesen. Jetzt erstmal viel Spaß und
AKWAABA! – Welcome to Ghana!
…noch was generelles für den Blog. Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.
NEWS: Ich verzweifel gerade an der langsamen Verbindung. Wenn sie noch ein kleines bisschen langsamer wird, läuft sie rückwärts.
Das PDF kann ich deshalb gerade nicht uploaden – für den kleinen Text habe ich schon 2 Stunden gebraucht.
Ich lade es hoch sobald ich die Richtige Verbindung habe. Noch ein klein bisschen Geduld.
UPDATE: Der Bericht ist jetzt hier!
Veröffentlicht von tom am 7. November 2009 in
Komenda
Ich habe lange überlegt mit welchem Wort ich meinen Ghana-Blog beginnen soll – ich denke Reizüberflutung trifft die momentane Situation definitiv am besten. Ich wusste lange wirklich nicht wie und vor allem wo ich anfangen soll, denn es passiert hier jeden Tag so viel, dass es unmöglich ist alles fest zu halten. Trotzdem ist dieser Blog ein versuch euch einen Einblick in meine Welt zu verschaffen, die ich gerade selber neu erkunde. Bevor ich beginne will ich noch einmal allen ganz herzlich danken, die sich für meine Arbeit, meine Organisation (aim-ev.org) und Ghana interessiert und mein Projekt und AIM. unterstützt. Danke!
Euer Tom
“Das alte Afrika ist gestorben, das Neue noch nicht geboren.
Ein Kontinent zerrissen zwischen Tradition und Moderne.”
- Bartholomäus Grill
Veröffentlicht von tom am 28. Oktober 2009 in
Komenda
Ich lebe! Etwas verschollen aber ich lebe! Und dazu geht es mir noch sehr gut! Ich bin gut angekommen, habe mich eingelebt, erfolgreich mit den ersten Projekten begonnen UND angefangen Ghana zu lieben!
Aber davon werdet ihr bald mehr erfahren, denn im Laufe der nächsten Woche werden die ersten Einträge online gehen. Es ist ja nicht so, dass ich hier einen Monat den Blog vernachlässigt hätte. Ich kam nur nicht zum Uploaden. Leider gab es den ersten Monat, den ich hier bin, so gut wie kein Internet. Tägliche Stromausfälle, extrem langsame Verbindungen und der weite Weg zum Internet waren in erster Linie der Grund für den verspäteten Start(2think) des Blogs. Ein Sorry dafür.
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Schlagwörter: artikel
Veröffentlicht von admin am 27. Oktober 2009 in
AIM,
Komenda
Hier ein Beitrag von Tom aus dem AIM. Blog:
Es ist schwer einen Anfang zu finden, da wir in dieser kurzen Zeit schon so viel erlebt haben und ich am liebsten gleich damit anfangen würde. Nun mal von vorne. Meine Idee war es, für die Jugendlichen vom AIM. Youth Club einen Filmworkshop anzubieten. Filmemachen – und das in Afrika? Diese Frage kam das ein oder andere mal als ich noch in Deutschland war. Wenn man aber überlegt, dass Nigeria (Nollywood) nach Hollywood und Bollywood die drittgrößte Filmproduktion der Welt ist , ist der Gedanke gar nicht mehr so falsch. Film und Fernsehen ist schwer im Kommen.
Das heißt gleichzeitig neue Perspektiven, neue Berufsgruppen, neue Chancen. Ich finde es wichtig, dass die Jugendlichen auch lernen, dass es durchdachtes, lehrreiches und nachhaltiges Filmemachen gibt, da die Gefahr des Abkopierens des westlichen „TV-Mülls” (Talkshows, billige Soaps und Werbung) groß ist. Mittlerweile hat es sich rumgesprochen und die Nachfrage und das Interesse der Jugendlichen steigt. Parallel plane ich, ein Open-Air-Cinema aufzubauen, um die Filme die im Workshop entstehen, den Einheimischen zu zeigen und darüber hinaus mit einem „guten” Filmprogramm die afrikanische Kultur zu fördern.
Quelle: http://africahelp.org/blog/aim/die-neuen-aim-voluntaere/