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	<title>start2think blog &#187; Ghana</title>
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	<description>Tom in Ghana</description>
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		<title>Ferienbeginn in Ghana &#8211; Talent Variety Show</title>
		<link>http://blog.start2think.de/2010/07/ferienbeginn-in-ghana-talent-variety-show/</link>
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		<pubDate>Thu, 22 Jul 2010 03:31:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Komenda]]></category>

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		<description><![CDATA[In zwei Stunden werde ich mich auf den Weg nach Lome (Togo) machen und meine Westafrika-Reise beginnen. Stueck fuer Stueck wird sich das Puzzel meiner Reise zusammensetzten. Ich lass mich einfach von jedem neuen Tag ueberraschen. Hier kann sowas nur gut gehen. ;)  Nun noch ein Film, damit ihr was habt bis ich dann mal von der Reise [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In zwei Stunden werde ich mich auf den Weg nach Lome (Togo) machen und meine Westafrika-Reise beginnen. Stueck fuer Stueck wird sich das Puzzel meiner Reise zusammensetzten. Ich lass mich einfach von jedem neuen Tag ueberraschen. Hier kann sowas nur gut gehen. ;) </p>
<p>Nun noch ein Film, damit ihr was habt bis ich dann mal von der Reise und dem Workshop berichte.<br />
Genau passend zu den Sommerferien in Deutschland will ich euch noch einen Einblick geben, wie man in Ghana den letzten Schultag feiert. Ganz besonder mag ich das Ende..also nehmt euch ruhig mal die Zeit und geniesst die Show, die die Kids selber geplant haben! Die Schule, die ihr sehen werdet, ist ueberigens ein von drei JHS&#8217;s in Komenda  (Junior High School). Um es einfach zu erklaeren : Die 2 Stufe zwischen Grundschule (Kindergarten/Creche) und Abitur (SHS). Einige meiner Workshop-Kids gehen auch genau dort zur Schule und in der gleichen Halle treffen wir uns oefters mal fuer den Workshop (z.B. fuer Filmvorfuehrungen).</p>
<p>Viel Spass mit dem Film! Ich war selber erstaunt was die Kids so drauf haben!!</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="601" height="338" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=11704925&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=ff9933&amp;fullscreen=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="601" height="338" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=11704925&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=ff9933&amp;fullscreen=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Beste Gruesse aus Accra,</p>
<p>euer Tom</p>
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		<title>GO BLACK STARS!</title>
		<link>http://blog.start2think.de/2010/06/go-black-stars/</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Jun 2010 19:06:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Ghana]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich mach es kurz. Im Grunde wollte ich (schon während der Dreharbeiten) über den sau spannenden aber doch auch hektischen und extrem anstrengenden Dreh dieses Videos berichten. Aber das lasse ich jetzt erstmal außen vor und präsentiere euch das Endprodukt! Wir. Milena, die Kids vom Youth Club, ein paar der 4/20. Studios Mitglieder und ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich mach es kurz.<br />
Im Grunde wollte ich (schon während der Dreharbeiten) über den sau spannenden aber doch auch hektischen und extrem anstrengenden Dreh dieses Videos berichten. Aber das lasse ich jetzt erstmal außen vor und präsentiere euch das Endprodukt!</p>
<p>Wir.<br />
Milena, die Kids vom Youth Club, ein paar der 4/20. Studios Mitglieder und ich haben etwas auf die Beine gestellt, das jetzt in ganz Ghana gesehen wird. Ihr wisst, wir haben in unserem Youth Club auch eine Musikgruppe. Zusammen mit Milena hatten die Kids einen Song für das ghanaische WM-Team gemacht.<br />
Also habe ich mit meiner Gruppe einen Film dazu gedreht! Wegen des Zeitdrucks waren meine Kids diesmal vor der Kamera aktiv. Aber wir haben es pünktlich geschafft! Einen Tag vor dem Spiel Deutschland/Ghana war ich fertig mit dem Schneiden und so sind Milena und ich nach Accra gefahren und haben es an verschiedene Fernsehstationen verteilt. <strong>Der Film läuft mittlerweile auf allen großen Fernsehstationen im ganzen Land (GTV, TV3, MetroTV etc.) und wird immer wieder gespielt.</strong></p>
<p>Da ich in Accra war hatte ich auch die Gelegenheit es hoch zu laden. Es war echt anstrengend und hat mich ca. 12 Stunden gekostet aber jetzt ist es online also will euch nicht weiter auf die Folter spannen und deshalb wünsche ich euch viel Spaß mit dem Clip!</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="600" height="494" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/lfP7C_OUSsk&amp;feature" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="600" height="494" src="http://www.youtube.com/v/lfP7C_OUSsk&amp;feature"></embed></object></p>
<p>Für alle bei denen das Video hier nicht zu sehen ist&#8230;<br />
Hier der Link zum Video: <a rel="nofollow" href="http://www.youtube.com/watch?v=lfP7C_OUSsk" target="_blank">http://www.youtube.com/watch?v=lfP7C_OUSsk</a><br />
(Leider ist die Qualität bei YouTube nicht ganz so gut wie das Original&#8230;liegt an der sehr schlechten Internetverbindung</p>
<p>Ach übrigens. Über den Sieg der Deutschen gegen Ghana waren die Ghanaer keineswegs böse. Ganz im Gegenteil. Da alle weiter sind wurde auch hier für Deutschland mitgefeiert und zwar die ganze Nacht! Generell liebt man Deutschland hier. <strong>WE ARE ONE!</strong></p>
<p>One Love,</p>
<p>Euer Tom</p>
<p><strong>UPDATE:</strong> Hier ein Artikel zum Film aus Sicht von AIM.: <a href="http://africahelp.org/blog/aim/go-blackstars/" target="_blank">http://africahelp.org/blog/aim/go-blackstars/</a></p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Es geht weiter!</title>
		<link>http://blog.start2think.de/2010/05/es-geht-weiter/</link>
		<comments>http://blog.start2think.de/2010/05/es-geht-weiter/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 09 May 2010 21:55:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[Komenda]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn das nicht ein schöner Start in die Woche ist. Seit langem wieder mal ein Lebenszeichen! Woooow. Ich weiß gar nicht wie ich wieder anfangen soll den langsam platze ich fast vor Geschichten, die mir in den letzten drei Monaten passiert sind. Erstmal will ich mich bedanken! Ich bin froh, dass ihr selbst nach dieser [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn das nicht ein schöner Start in die Woche ist. Seit langem wieder mal ein Lebenszeichen!<br />
Woooow.<br />
Ich weiß gar nicht wie ich wieder anfangen soll den langsam platze ich fast vor Geschichten, die mir in den letzten drei Monaten passiert sind.<br />
Erstmal will ich mich bedanken! Ich bin froh, dass ihr selbst nach dieser etwas längeren Schreibpause immer noch vorbei schaut und wissen wollt was in Ghana vor sich geht. Danke dafür!</p>
<div id="attachment_468" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><a rel="attachment wp-att-468" href="http://blog.start2think.de/2010/05/es-geht-weiter/kids-und-ich/"><img class="size-Ganze Breite wp-image-468" title="Daumen hoch." src="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2010/05/Kids-und-ich-600x398.jpg" alt="Daumen hoch." width="600" height="398" /></a><p class="wp-caption-text">Daumen hoch.</p></div>
<p>Ich will gleich mal mit einer guten Nachricht anfangen und von dem Erfolg erzählen, den wir dank unseres Films „<a title="Save our Children" href="http://blog.start2think.de/2009/12/save-our-children/" target="_blank">Save our Children</a>“ hier in Komenda hatten. Den Film hatten wir damals gedreht um auf die Umweltproblem in Komenda aufmerksam zu machen.<br />
Alleine, dass wir an den Müll-Brennpunkten Komendas gedreht haben, hat sich wohl schnell herumgesprochen und dementsprechend wurden von den Bewohnern Maßnahmen ergriffen. Ich war eine ganze Weile nach dem wir den Film fertig hatten wieder am Strand, um nochmal den Müllberg zu fotografieren. Doch was ich vorgefunden haben war das exakte Gegenteil.<br />
Der Müllberg am Strand, der extrem verschmutze Strandabschnitt, sowie die öffentlichen Toiletten in denen wir gedreht hatten waren komplett gesäubert. Ich haben ein paar Vorher/Nachher Bilder gemacht um den Unterschied mal deutlich zu machen.</p>
<div id="attachment_473" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><a rel="attachment wp-att-473" href="http://blog.start2think.de/2010/05/es-geht-weiter/der-mullberg-vor-dem-film/"><img class="size-Ganze Breite wp-image-473" title="Der Müllberg (Vor dem Film)" src="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2010/05/0-600x398.jpg" alt="Der Müllberg (Vor dem Film)" width="600" height="398" /></a><p class="wp-caption-text">Der Müllberg (Vor dem Film)</p></div>
<div id="attachment_472" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><a rel="attachment wp-att-472" href="http://blog.start2think.de/2010/05/es-geht-weiter/attachment/1/"><img class="size-Ganze Breite wp-image-472" title="Der Müllberg (Nach dem Film)" src="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2010/05/1-600x398.jpg" alt="Der Müllberg (Nach dem Film)" width="600" height="398" /></a><p class="wp-caption-text">Der Müllberg (Nach dem Film)</p></div>
<div id="attachment_471" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><a rel="attachment wp-att-471" href="http://blog.start2think.de/2010/05/es-geht-weiter/attachment/2/"><img class="size-Ganze Breite wp-image-471" title="Der Strandabschnitt (Vor dem Dreh)" src="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2010/05/2-600x319.jpg" alt="Der Strandabschnitt (Vor dem Dreh)" width="600" height="319" /></a><p class="wp-caption-text">Der Strandabschnitt (Vor dem Dreh)</p></div>
<div id="attachment_470" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><a rel="attachment wp-att-470" href="http://blog.start2think.de/2010/05/es-geht-weiter/attachment/4/"><img class="size-Ganze Breite wp-image-470" title="Der Strandabschnitt (Vor dem Dreh)" src="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2010/05/4-600x319.jpg" alt="Der Strandabschnitt (Vor dem Dreh)" width="600" height="319" /></a><p class="wp-caption-text">Der Strandabschnitt (Vor dem Dreh)</p></div>
<div id="attachment_469" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><a rel="attachment wp-att-469" href="http://blog.start2think.de/2010/05/es-geht-weiter/attachment/5/"><img class="size-Ganze Breite wp-image-469" title="Der Strandabschnitt (Nach dem Dreh)" src="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2010/05/5-600x398.jpg" alt="Der Strandabschnitt (Nach dem Dreh)" width="600" height="398" /></a><p class="wp-caption-text">Der Strandabschnitt (Nach dem Dreh)</p></div>
<p>Es gibt immer noch kein einheitliches Müllentsorgungssystem aber das der Wille für eine Änderungen da ist, hat diese Aktion gezeigt. Änderungen brauchen ihre Zeit. In den großen Städten werden diese Änderungen langsam sichtbar, denn eine Art Müllabfuhr wird gerade eingeführt. Die Leute in Komenda sind zur Zeit noch gezwungen ihren Müll in der Natur zu entsorgen. Aber klar ist: Da wo schon alles vermüllt ist, ist es einfach noch etwas drauf zu schmeißen. Jetzt, wo der Strand gesäubert ist,wird es mindestens  einen „Aha-Effekt“ geben und etwas mehr Überwindung kosten neuen Müll dort hin zu schmeißen. Und dieser Denkanstoß war ja auch unsere Absicht &#8211; Start2think!</p>
<p>Beste Grüße aus Ghana und einen gechillten Start in die Woche!<br />
Euer Tom</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Aufflammen der Lebensenergie. „SULIA!!“</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Feb 2010 09:00:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ghana]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;In Deutschland arbeitet man auf dem Freitag hin und hasst den Montag – in Ghana ist auch unter der Woche Wochenende!&#8221;, sagt Milena und ergänzt: Schreib das mal auf, das is n` Zitat wert! Kurz vorher habe ich, während wir die Hauptstraße von Komenda runter liefen, unverhofft einfach in einem glücklichen Ton ein „Ghana ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<div id="attachment_408" class="wp-caption aligncenter" style="width: 590px"><a rel="attachment wp-att-408" href="http://blog.start2think.de/2010/02/das-aufflammen-der-lebensenergie-%e2%80%9esulia%e2%80%9c/img_3574/"><img class="size-Ganze Breite mit Beschriftung wp-image-408" title="Glücklich. Ein paar gechillte Minuten auf der weichesten Wiese auf der ich je lag. (Ort: Voltaregion/Wli an der Grenze Ghana/Togo)" src="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2010/02/IMG_3574-580x435.jpg" alt="Glücklich. Ein paar gechillte Minuten auf der weichesten Wiese auf der ich je lag. (Ort: Voltaregion/Wli an der Grenze Ghana/Togo)" width="580" height="435" /></a><p class="wp-caption-text">Glücklich. Ein paar gechillte Minuten auf der weichesten Wiese auf der ich je lag. (Ort: Voltaregion/Wli an der Grenze Ghana/Togo)</p></div>
<p><em><strong>&#8220;In Deutschland arbeitet man auf dem Freitag hin und hasst den Montag – in Ghana ist auch unter der Woche Wochenende!&#8221;</strong></em>, sagt Milena und ergänzt: Schreib das mal auf, das is n` Zitat wert!<br />
Kurz vorher habe ich, während wir die Hauptstraße von Komenda runter liefen, unverhofft einfach in einem glücklichen Ton ein <em><strong>„Ghana ist schon verdammt gut! Wie cool die meisten Leute hier sind!“</strong></em> ausgestoßen und mir meinen Teil dazu gedacht.</p>
<p>Es ist unheimlich schwer das Feeling, das man hier hat, in Worte zu fassen, dann in Buchstaben zu pressen und bis nach Deutschland zu senden und zu hoffen, dass es von euch richtig entschlüsselt wird ohne, das dabei Informationen verloren gehen.<br />
Das Zitat am Anfang des Blogs gefällt mir immer noch sehr gut. Ich sehen jeden Tag wieder Dinge die mich auf eine angenehme Art verwirren. Sachen, die man nie erwartet hätte. Und doch ist vieles sehr sehr gleich. Eben diese Ähnlichkeit die man spürt, obwohl man sich gefühlt in einer „ganz anderen Welt“ befindet.</p>
<p>Heute habe ich mir gedacht, dass du hier sogar einfach nur an der Straßenecken stehen kannst und es ist trotzdem vorprogrammiert, dass irgendetwas etwas passiert. Als ich so an der Straßenecke stehe und darüber nachdenke läuft ein kleiner Junge vorbei und summt ein Lied. Er hat, was mich etwas verwirrt, über seinen Kopf eine durchsichtige Plastiktüte gezogen und klopft zwei Schrauben aneinander, während er dazu im Tanzschritt läuft. Nach vier Schläge, hebt er das rechte Bein leicht anwinkelt nach hinten und nach den nächsten vier das Linke. So läuft er im gleichmäßigen Tempo an mir vorbei ohne mich auch nur an zu gucken.  Ich frage Josia, was der Junge macht und er antwortet nur: „He is just happy.“ Ein Mann kommt vorbei und grüßt nett, man plaudert kurz und wir gehen weiter. Milena läuft neben mir als von der Seite ein Mädchen auf Milena zu läuft. Sie reicht Milena die Hand. Schüttelt sie länger. Umarmt sie und bleibt, mit dem Arm um sie gelegt, stehen. Dann nimmt sie beide Hände von Milena und fängt an mit ihr zu tanzen. Josia holt sein Handy raus und es fangen beide an auf Lil Wayne zu tanzen. Nach einer Weile gehe wir weiter und das Mädchen küsst liebevoll Milenas Hand zum abschied. „Kennst du sie?“, frage ich Milena. „Nein, aber war doch nett.“<br />
Ich könnte noch hundert solcher Geschichten erzählen, da jeden Tag einige passieren. Hier wacht man morgens auf ohne zu wissen was auf einen zu kommt. Von diesen täglichen Erlebnissen sind nur sehr sehr wenige negativ. Und für das kleine bisschen Negatives gibt es meistens auch eine recht guten Grund. Trotzdem denkt man in Deutschland anders.</p>
<p>Es ist enorm verdreht. Das Bild von Afrika in den deutschen Köpfen. Wenn man bedenkt, dass man regelmäßig nach Italien oder Frankreich fährt oder nach Mallorca fliegt, um dort Urlaub zu machen und das zu sehen was man schon mal besucht hat, aus dem Fernsehen oder von Fotos kennt und man dadurch aus Gründen wie Angst vor den Ungewissen, diesen Schwarzen, aus Scham über die Vergangenheit oder oder oder etwas wie Ghana, das vom Flug her genau so teuer wäre, verpasst. Mist. Man verpasst nicht nur Ghana, sonder einiges im Leben! Ich glaube wenn man einmal den Schritt wagt, dann geht es ganz schnell und man will noch mehr von der Welt sehen. Man merk was man für einen kleine Sicht hat, wenn man mal etwas Abstand gewinnt bzw. Distanz aufbauen kann. Jetzt habe ich auch verstanden, wie viel Gutes in dem Tipp von meinem Vater steckte, als er (als ich noch in der Schule war) manchmal sagte, ich solle mich doch mal zurück lehnen und alles von etwas weiter oben betrachten. Mittlerweile habe ich etwas an Höhe gewonnen – ich bin nicht so naiv und sage, dass ich jetzt einen wirklich guten Blick über alles hätte. Aber ich habe den ersten Schritt gemacht und ab jetzt wird mich nichts mehr davon aufhalten noch mehr von der Welt zu sehen, in verschieden Länder zu reisen, Kulturen kennen zu lernen und zu versuchen den Mensch als solches vielleicht ein bisschen neu zu verstehen anstatt meine generell sehr geringe Lebenszeit mit überwiegend unnützen Sachen zu verschwenden.<br />
Afrika – der verloren Kontinent. Das ist bei dem meisten das übliche Bild.<br />
Das man damit über 50 Länder, 2000 Sprachen und so viel Gutes in eine Schublade steckt ohne weiter drüber nach zu denken ist den Meisten gar nicht bewusst. Sätze wie „Huch! Afrika! Ghana!?? Pass aber ja auf!!“, „Komm mir bloß lebend zurück!“, oder „Hast du denn keine Angst?!“ die mir Personen kurz vor meiner Abreise mitgegeben haben verachte ich mittlerweile noch mehr. Da wären wir wieder beim Thema „sich mehr vor dem Ungewissem fürchten als vor der Ähnlichkeit.“ Ich habe mich mit dem Satz auf der Hauptstraße auch wieder ein Stück mehr selbst ertappt. Ich habe mir in Deutschland alle Mühe gemacht, mich so Vorurteilsfrei wie möglich zu verhalten. Es geht aber einfach nicht. Dafür haben wir zu wenig Zugang zu guten Nachrichten und Storys aus Afrika. News über Hungersnöte, Krieg und Krisen verkaufen sich leider besser als  Geschichten von Menschen die einfach glücklich und zufrieden leben und ihr Leben sehr gut meistern. Von daher muss man auch diese Sätze etwas anders beleuchten die man mir vor meiner Abreise an den Kopf geworfen hat.  Man kann eben auch nur wenig über etwas wissen, wenn man keine Interesse hat das Ungewisse kennen zu lernen und sich mit den 20:00 Nachrichten und den 30 Sekunden Krisen-News über ein afrikanisches Land die auch nur an manchen Tagen kommen, zufrieden gibt.<br />
Jetzt bin ich über das „Selbstertappen“ etwas von Weg abgekommen.Was eigentlich der Sinn dieses Eintrags ist. Ehm. Im Grunde nur die Nachricht: „Ghana ist schon verdammt gut! Wie cool die meisten Leute hier sind!“. Und so viel muss man beschrieben damit ihr ungefähr versteht, was für ein Gedankengang und welche Bilder hinter dem glücklichen Ton, der auf der Hauptstraße aus meinem Mund kam, steckten.</p>
<p><strong>MEDOCH GHANA! ICH LIEBE GHANA!</strong></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das vermutete Blutbad.</title>
		<link>http://blog.start2think.de/2010/02/das-vermutete-blutbad/</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Feb 2010 00:35:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ghana]]></category>

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		<description><![CDATA[Jetzt habe ich mich mal wieder selber ertappt. Aber ich muss sagen es wird jedes mal besser und tut gut wenn man die Erkenntnis hat. Als ich noch in Deutschland gelebt habe, dachte ich, dass ich (fast) frei von Vorurteilen &#8211; und vor allem sehr tolerant für alles Mögliche bin. Im Vergleich zu vielen Deutschen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } -->Jetzt habe ich mich mal wieder selber ertappt.<br />
Aber ich muss sagen es wird jedes mal besser und tut gut wenn man die Erkenntnis hat.</p>
<p>Als ich noch in Deutschland gelebt habe, dachte ich, dass ich (fast) frei von Vorurteilen &#8211; und vor allem sehr tolerant für alles Mögliche bin. Im Vergleich zu vielen Deutschen ist das bestimmt auch so gewesen aber schon beim Vorbereitungsseminar in Köln, bei dem wir auf die Lebenssituationen in unseren zukünftigen Ländern etwas gewappnet wurden, habe ich im Kurs „Interkulturelle Kommunikation“ das ein oder andere mal gemerkt, dass man von Grund auf mit Vorurteilen erzogen wird. Es liegt an unserer Denkweise, der Kultur, an dem was wir in der Schule lernen, an den Nachrichten etc&#8230;.<br />
Das Seminar und vor allem Ghana helfen mir gerade Vorurteile und andere Gedankengänge, die man unterbewusst in sich versteckt hält aber doch auslebt, zu finden.<br />
Gestern kam Milena und meinte, dass die Moslems morgen einen Feiertag haben. Sie war in Accra und hat gesehen wie jede Menge Schafe, Ziegen und Kühe durch die Gegend gefahren wurden, da an dem Feiertag jede Familie (die es sich Leisten kann) ein Tier „opfert“. Auch in Komenda gibt es viele Moslems. Da ich sehr kritisch mit dem Thema „Religion“ umgehe wollte ich am nächsten Morgen einen Blogeintrag über die extremen religösen Ansichten der Mensch hier schreiben und mich natürlich auch zu dem „Opfern“ äußern. Die Äußerung wäre wahrscheinlich überwiegend negativ ausgefallen. Ich meine klar ist es krass wenn man überlegt, dass in so vielen Ländern parallel so viele Tiere „ausbluten“. Aber als ich dann im Nachhinein gedacht hab wie selten hier an anderen Tagen geschlachtet wird und wie viele Tiere in Deutschland industriell  in einer Stunde „zerheckselt“ werden, dann ist die Relation schon wieder eine ganz andere. Als ich den halben Artikel fertig hatte, dachte ich, dass es falsch ist ,sich über dieses Schlachten zu äußern, wenn man nur das erzählen kann, was man sich in seinem Kopf zu diesem Thema ausmalt. Strg + a und ← und der Text war gelöscht. Da wir im „Songo“, dem muslimischen Viertel von Komenda, leben, bin ich zu unserer Nachbarin gegangen und habe gefragt wann und wo diese Feier genau statt findet, weil ich mir erstmal selber ein Bild von allem machen wollte. Sie hat mich zu ihrem Mann geschickt der dann wiederum eine Frau geschickt hat, die mich zu einem anderen Mann gebracht hat, der mir dann den Platz gezeigt hat.</p>
<p>Als ich ankomme, werde ich von einem Dutzend Männern, von denen die Hälfte traditionelle Gewänder tragen und die anderen ganz normale Sachen wie Jeans und Basketballtrikots, sehr freundlich empfangen. Sie bedanken sich herzlich, dass ich sie besuche, bringen mir einen Stuhl, gekühltes Wasser und bedanken sich nochmal. Wir sitzen zusammen und ich schaue über ihre Schultern und beobachte den Platz.<br />
Das Schlachten hat schon stattgefunden und sehe da. Ich hätte es komplett anders beschrieben als jetzt. Erstens sind es gar nicht so viele Tiere, da sich hier aus Geldmangel bis zu sieben Familien ein Tier teilen und zweites wird jedes Teil vom Tier genutzt. Das Fleisch von den Schafen und den Kühen liegt auf einen Riesengrill mit einer faszinierenden Konstruktion. Ein Mann spannt gerade mit Holzpflöcken die Felle der Tiere und selbst die Köpfe der Tiere, so sagt mir einer der Männer, werden nach dem das Fleisch über dem Feuer gegrillt ist auch noch in die Glut gelegt und das Fleisch davon dann gegessen.</p>
<p>Ich sitze noch zwei Stunden mit den Männern zusammen. Wir unterhalten uns über die schlechte Arbeitssituation in Komenda. Wir diskutieren darüber, das fast alle Männer hier Arbeitslos sind, da es so gut wie keine Firmen oder Unternehmen in Komenda gibt die Leute anstellen. Die Zuckerfabrik die fast ganz Komenda beschäftigt hat und noch ein Überbleibsel der britischen Kolonialzeiten war, ist schon seit den 80ern geschlossen. Darüber werde ich wann anders aber noch berichten. Ich frage ob ich ein paar Fotos machen kann. „Don`t worry. Feel free.“</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2010/02/Fell1-WEB.jpg" rel="shadowbox[post-391];player=img;"><img class="aligncenter size-Ganze Breite mit Beschriftung wp-image-393" title="Fell1-WEB" src="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2010/02/Fell1-WEB-580x808.jpg" alt="" width="580" height="808" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="/wp-content/uploads/2010/02/Grill1-WEB.jpg" rel="shadowbox[post-391];player=img;"><img class="aligncenter" title="Grill1-WEB" src="/wp-content/uploads/2010/02/Grill1-WEB-600x399.jpg" alt="" width="579" height="385" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://blog.start2think.de/2010/02/das-vermutete-blutbad/fell2-web/"></a><a href="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2010/02/Grill3-WEB.jpg" rel="shadowbox[post-391];player=img;"><img class="aligncenter size-medium wp-image-398" title="Grill3-WEB" src="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2010/02/Grill3-WEB-600x399.jpg" alt="" width="600" height="399" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2010/02/Grill2-WEB.jpg" rel="shadowbox[post-391];player=img;"><img class="aligncenter size-Ganze Breite mit Beschriftung wp-image-396" title="Grill2-WEB" src="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2010/02/Grill2-WEB-580x374.jpg" alt="" width="580" height="374" /></a></p>
<p>Sobald ich die Kamera raus hole stehen 20 Kinder am Rand des Platzes. Fotos sind eine Sensation. Sich auf dem Display der Kamera zu sehen ist für die Kinder das Größte. Ich mache erste ein paar Fotos vom Grill und den Fellen und dann von den Kids. Dann werden auch die Männer munter und wir starten eine kleine Fotosession.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2010/02/maenner1-WEB.jpg" rel="shadowbox[post-391];player=img;"><img class="aligncenter size-Ganze Breite wp-image-397" title="maenner1-WEB" src="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2010/02/maenner1-WEB-600x399.jpg" alt="" width="600" height="399" /></a></p>
<p>Mittlerweile ist das Fleisch gut und vor mir steht eine große Schale mit Reis und einer leckeren Soße, dazu gibt es das frisch gegrilltes Fleisch. „Chop my friend, chop more“. Iss mein Freund, iss so viel du kannst. Wir sitzen alle um die Schale und essen mit den Hände. Als die Schale leer ist kommt die Nächste. Nachdem wir alle satt sind bekommen die Kinder essen. Mir ist aufgefallen, dass nur kleine Mädchen (bis 10 Jahre) auf dem Platz sind und gar keine Frauen. Das ist die Regel bei der Feier. Die Frauen sitzen außerhalb, unterhalten sich und bereiten den Reis und die Innereien der Tiere zu. Amina,  die auch auf dem Platz ist, führt mich zu ihrer Mutter. Ich werde herzlich empfangen und die Frauen fragen ob ich sie nicht mal Fotografieren könnte.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2010/02/frauen-1-WEB.jpg" rel="shadowbox[post-391];player=img;"><img class="aligncenter size-Ganze Breite wp-image-392" title="frauen-1-WEB" src="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2010/02/frauen-1-WEB-600x398.jpg" alt="" width="600" height="398" /></a></p>
<p>Wir sitzen noch eine Weile zusammen und dann gehe ich wieder zu den Männern.<br />
Als ich ankomme begrüßt mich einer der Männer mit „Hallo, wie geht es dir“. Er hat vor langer Zeit mal ein paar Sätze Deutsch gelernt und wir unterhalten uns etwas. Danach verabschiede ich mich von allen und gehe zum AIM. Meeting.<br />
Serdar Somuncu, ein deutsch türkischer Stand-Up-Comidian, hat einmal gesagt:<br />
„Tatsächlich scheint es ein Hauptmotiv von Fremdenhass und Ausländerfeindlichkeiten zu sein, dass man sich mehr vor dem Ungewissem fürchtet als vor der Ähnlichkeit.“Ich denke das war die Lektion des Tages.<br />
Bevor man urteilt – erstmal kennen lernen!</p>
<p><em>Euer Tom</em></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2010/02/kind1-WEB.jpg" rel="shadowbox[post-391];player=img;"><img class="aligncenter size-Ganze Breite wp-image-399" title="kind1-WEB" src="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2010/02/kind1-WEB-600x398.jpg" alt="" width="600" height="398" /></a></p>
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		<title>Solomon und seine Geschichtsstunde.</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 22:43:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[Komenda]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich sitze auf der kleinen Couch in Solomons kleinen Raum. Wir haben 18:30 Uhr und draußen wird es langsam dunkel. Neben mir brummt der Ventilator. An der Wand vor mir hängt ein Poster von Martin Luther King, daneben ein Foto das Solomon zeigt wie er mit Wollmütze und riesen Winterjacke in New York vor einem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } -->Ich sitze auf der kleinen Couch in Solomons kleinen Raum. Wir haben 18:30 Uhr und draußen wird es langsam  dunkel. Neben mir brummt der Ventilator. An der Wand vor mir hängt ein Poster von Martin Luther King, daneben ein Foto das Solomon zeigt wie er mit Wollmütze und riesen Winterjacke in New York vor einem Wolkenkratzer steht. Darunter steht ein Fernseher auf dem Fußball läuft. Solomon sitzt gegenüber von mir auf einem Sessel. Wir unterhalten uns schon seit gut zwei Stunden. Es klopft. Solomon bittet die Person rein aber als Antwort kommt nur ein Kinderstimmchen das irgendwas auf Fante sagt. Solomon steht auf und sagt zu mir, dass ich mitkommen kann wenn ich will, es wäre jetzt Geschichtszeit – die Kinder warten schon. Wir gehen aus seinem Raum in einen kleinen Innenhof der von Häusern eingerahmt ist. Eine große Wohngemeinschaft, wie ich es von meinem Zuhause kenne. Wir laufen an einer Gruppe Frauen vorbei die gerade Essen machen und passieren einen schmalen Gang, der aus dem Innenhof raus führt. Und tatsächlich. Ich sehe 12 Kinder die auf einer kleinen Mauer sitzen und Solomon erwartungsvoll angucken. Die Geschichtszeit beginnt. Ein kleines Mädchen bringt Solomon einen Hocker und setzt sich zu der Gruppe von Kindern dazu. Solomon fängt an zu erzählen und bringt die Kinder immer wieder dazu auch auf zu stehen und selber was den anderen zu erzählen. Auch wenn ich kein Wort verstehe sagt die Körpersprache von Solomon und den Kinder sehr viel aus. Außerdem lachen und applaudieren die Kinder immer wieder während Solomon erzählt. „Ich wünschte ich könnte das mal fotografieren“ denke ich mir. Kaum eine Minute später holt Solo während dem erzählen eine Kamera aus seiner Tasche und gibt sie mir kommentarlos. Ich knips ein paar Bilder und höre weiter gespannt zu.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2010/02/BILD1.jpg" rel="shadowbox[post-387];player=img;"><img class="aligncenter size-large wp-image-388" title="BILD1" src="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2010/02/BILD1-680x1024.jpg" alt="" width="680" height="1024" /></a></p>
<p>Als Solo fertig ist, jubeln die Kinder und gehen zurück in ihrer Häuser. Solo, Kalusha (ein junger Mann den ich beim letzten Solo-Besuch schon kennen gelernt habe) und ich stehen noch eine Weile zusammen. Ich frage Solo um was es bei der Geschichte ging.  „Oh, es war nicht eine sondern drei Geschichten und außerdem haben die Kinder auch auch noch welche erzählt.“<br />
Als mich Solomon zur Trotrostation bringt, sagt er mir das er dieses Geschichtserzählen ab jetzt jeden Abend machen will.<br />
„Es ist wichtig diese Geschichten weiter zu geben die ich selber von meinen Großeltern abends am Feuer erzählt bekommen habe. Die Kinder sind sehr interessiert und lernen schnell – wenn sie den ganzen Tag im Haus sind muss man das irgendwie unterstützen. Siehst du. Ich hab gestern damit angefangen und es waren zwei Kinder da. Sie haben es ihren Freunden aus der Nachbarschaft erzählt und heute waren es schon 12.</p>
<h2><em>„A short story with a moral lesson is stronger than a big book without one!“</em></h2>
<p><strong>- Kalusha</strong></p>
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		<title>ICH BIN WIEDER DA!  Könnt ihr euch eigentlich die Stadt vorstellen?</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Jan 2010 19:45:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ghana]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein neues Jahr. Ich bin wieder da! Nach einer kleinen Pause, die nebenbei bemerkt eine der schönsten meines Lebens war, schreibe ich endlich mal wieder einen Eintrag für den Blog. Mittlerweile platze ich fast vor Lebensenergie! Ghana a dey go crazyo! Ich habe so viele vor für die kommenden neuen Monate, dass mein Kopf gerade [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<ol>Ein neues Jahr. Ich bin wieder da!<br />
Nach einer kleinen Pause, 	die nebenbei bemerkt eine der schönsten meines Lebens war, schreibe 	ich endlich mal wieder einen Eintrag für den Blog. Mittlerweile 	platze ich fast vor Lebensenergie! Ghana a dey go crazyo! Ich habe 	so viele vor für die kommenden neuen Monate, dass mein Kopf gerade 	auf drei Spuren fährt um alles noch parallel mit gleicher 	Geschwindigkeit bearbeiten zu können. 2010 wird ein produktives 	Jahr. Lass euch überraschen! Ich will jetzt noch nicht alles 	verraten, bis auf das es einfach genial wird. Aber erstmal lade ich 	noch die alten Einträge hoch und start(2think)e noch einen kleinen 	Versuch.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-359" href="http://blog.start2think.de/2010/01/ich-bin-wieder-da-konnt-ihr-euch-eigentlich-die-stadt-vorstellen/yo/"><img class="aligncenter size-medium wp-image-359" title="yo" src="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2010/01/yo-600x450.jpg" alt="" width="600" height="450" /></a></p>
<p><strong>&#8220;Könnt ihr euch die Stadt vorstellen?&#8221;</strong></p>
<p>Ich mache jetzt einen Versuch euch ansatzweise zu 	schildern warum ich mich hier so wohl fühle. <span id="more-352"></span><br />
Ich reduzieren meinen 	Erklärungsversuch auf einfachste Mittel und werde meine Erfahrungen 	mit den Menschen und dem Leben aus Ghana in einer kleinen Geschichte 	zusätzlich umgedreht auf Deutschland bezogen reproduzieren. Um es 	einfach zu sagen. Während ich (oberflächlich: ein Weißer) in ein 	kleines Dorf in Ghana gehe, geht ein Junge aus Komenda 	(oberflächlich: ein Schwarzer) in ein Dorf in Deutschland. Ich 	erzähle beide Geschichten parallel  &#8211; so merkt ihr den Unterschied 	am besten. Ich werden wahrscheinlich an der ein oder anderen Stelle 	etwas übertreiben, da die Kurzgeschichte ja nur eine Metapher für 	die Besonderheit dieses Landes ist.</p>
<p>&#8220;Ich 	komme in dem Dorf an. Es ist zwar der 22 Dezember 2009 aber trotzdem 	angenehme 28 Grad und der Horizont ist mit Palmen geschmückt. 	Gerade geht die Sonne über dem blau weiß schimmernden Meer unter und spiegelt sich dabei auf einer länge von 100 Metern. Das Dorf an der Küste 	ist kleiner als Komenda und deshalb bin ich einer der wenigen 	„Brunis“ (Weißen) die seit der Kolonialzeit dieses Dorf 	betreten haben. Für manche Kinder bin ich der erste Weiße den sie 	je gesehen haben. Ich steh auf dem Dorfplatz und schaue mich, mit 	meinem Rucksack auf dem Rücken, erst einmal um. Die Leute reagieren 	freundlich, interessiert und neugierig. Kinder 	wollen  einen anfassen und Jugendliche und Erwachsene mit mir reden. 	Ein paar wenige halten lieber etwas Abstand und beobachten alles. 	Sie sind aber trotzdem freundlich wenn man sie grüßt.<br />
Zu 	gleichen Zeit kommt der Junge aus Komenda mit seinem Rucksack in dem 	kleinen Dorf in Deutschland an. Es ist gerade Dämmerung von der er 	aber kaum etwas merkt, da die ganzen Straßenlichter und Läden alles 	stark beleuchten. Er steht auf dem verschneiten Dorfplatz und sieht 	Leute hektisch mit großen Taschen an ihm vorbei laufen. Ein Mann 	rempelt ihn an und fragt ob der Junge keine Augen im Kopf hätte und 	warum er den Weg blockiert. Da der Junge  etwas über die deutsche 	Sprache vor seine Abreise gelernt hat versteht er immerhin das Wort  	„Weg“ und läuft los. Konsumrausch vor Weihnachten ist für ihn 	nicht wirklich ein Begriff und deshalb läuft er erstmal alleine die 	Straße entlang.<br />
Ich bekomme von Frauen hinter einem kleinen 	Marktstand frische Früchte angeboten und werde von einer netten 	kräftig gebauten Frau zum Essen eingeladen. Ich setze mich zu ihr 	und obwohl wir uns nie vorher gesehen haben, essen wir beide mit den 	Hängen aus der selben Schale. Fisch der gerade aus den Netzen kommt 	und frisch gebraten wurde, dazu ein gelblicher Teig-Ball und eine 	leckere frisch gestampfte Tomatensoße.<br />
Dem Jugen ist kalt und 	hunger kommt auch langsam auf. Er sieht einen Weihnachtsmarktstand 	bei dem „Schmidts Würste vom Grill“ verkauft werden. Am Tresen 	wird er in einem stummen Getummel nach vorne gedrückt bis er an der Kasse  steht. Was wollen Sie? Essen? Was? Ja was? 	Das? Also ne Bratwurst ? MIT? Mit welchem Getränk?? A Coke! Sonst 	noch was. Nein?<br />
Er bekommt  eine etwas verkohlte Wurst und sein, ihm 	aus Komenda bekanntes Getränk, zahlt für seine Verhältnisse viel 	zu viel und steht alleine mit einem Pappteller in der Hand in 	der Gegend herum. Er wird von dem stummen Getummel wieder aus dem 	Kassenbereich weg geschoben. Da es keine Tische gibt die noch frei sind, setzt er sich 	auf eine Mauer, von der er aber gleich wieder aufstehen muss, weil 	„Sitzen verboten“ ist und das, wenn er lesen könnte, auch in Druckbuchstaben auf einem Schild steht. Nun ist er einfach im stehen.<br />
Ich habe 	mittlerweile fertig gegessen und zeige, dass es mir gut geschmeckt 	hat. Die Frau feiert es. Sie findet es einfach klasse, dass mir ihr 	Essen schmeckt und auch ihre drei Freundinnen reden laut und freudig 	darüber. Als ich „Danke für das Essen!“ auf ihrer regionalen 	Sprache sage, rasten sie komplett aus. Das hätte hier keiner 	erwartet. Der Neue kann sogar etwas von ihrer Sprache. Jetzt kommen 	auch die Nachbarn und wollen nochmal hören, wie ich etwas sage.<br />
Da ich ein bisschen über die ghanaische Sprache vor 	meiner Reise gelernt habe, weiß ich, dass es gut ankommt, wenn man 	einen ghanaischen Namen (benannt nach dem Wochentag an dem man 	geboren) hat.<br />
Ich sage, dass ich „Kobbina Ebo“ (Der, der am 	Dienstag geboren ist) heiße, was sich gleich in der ganzen 	Nachbarschaft herumspricht. Bei den nächsten kleinen Sätzen die 	ich sage, habe ich manche Wörter falsch ausgesprochen. Das macht 	hier aber keinem was und würde auch niemals kritisiert werden. Da 	hier sehr viele kurz rasierte Haare haben, sind selbst meine etwas 	längeren dunkelblonden Haare eine  Attraktion die besonders die 	Kinder interessiert. Als ich die Frau verabschiede ruft ein ganzer 	Kinderchor den Namen und winkt zum Abschied. Ich mache mich auf den 	Weg einen Gasthaus oder Gastzimmer zu finden.<br />
Der Hunger ist zwar 	nicht wirklich von den fettigen Würstchen gestillt aber wo soll man 	jetzt hin, ist die größere Problem, denkt sich der Junge. Er fragt 	einem Mann, der genau wie die Leute in Komenda kurz rasierten Haaren 	hat. „Wo könnte ich schlafen? Bittesehr?<br />
Redestde mit mir? 	Ich kenn dich nich, was weiß ich denn??! Geh dahin wo de her kommst du 	Ausländer und lern erstma Deutsch.“<br />
Anscheinend weiß es dieser Mann 	das nicht. Also spricht er die Frau neben ihm an. „Jetz 	reischts aber Freundschen. Laber meiner Frau nich an du Neger! 	Verpiss dich!<br />
Da ich nur 	weiß, was das Wort „schlafen“ auf Fante heißt, frage ich dieses 	Wort einen Mann. Ich hatte zwar an einen Gästeraum gedacht aber der 	Mann macht mir mit ein paar Worten und Handbewegungen klar, dass ich bei ihm eingeladen 	bin. Ich versteh leider nicht alles was er sagt aber da er sehr 	sympathisch reagiert denke ich, dass ich ihm Vertrauen kann und so 	laufe ich ihm hinterher.<br />
Der Schlag kam unerwartet. Mitten ins 	Gesicht. Der Junge knallt mit der Nase auf den harten Steinboden und 	bleibt liegen. Der Mann und die Frau sind Verschwunden als die Sicht 	wieder klarer wird. Jetzt liegt der Junge im Schnee, der sich im 	Kopfbereich von weiß in hellrot verfärbt. An dem Tempo der vorbei 	laufenden Leute hat sich nichts geändert. Abfällig werfen ein paar 	wenige Blicke im vorbei laufen auf ihn. Hilfe kommt erst 	als er anfängt zu rufen.<br />
Ich komme an einem kleinen Haus an. 	Die Frau des Mannes schlachtet extra ein Huhn und es wird am Abend 	noch ein leckeres Essen gekocht von dem alle Kinder, die Eltern und 	ich satt werden. Die Gastfreundlichkeit hat kein Ende und so besteht 	der Mann darauf, dass ich in dem großen Bett schlafe, während er 	und seine Frau die Nacht auf dem Boden schlafen werden. Ich nehme 	sein Angebot an, nach dem er mir dreimal sagt, dass es kein Problem 	für ihn sei wenn er auf dem Boden schläft. Da mein Fante nicht 	mehr ausreicht um alles zu sagen, haben wir den ganzen Abend über 	auf Englisch weiter geredet, was als Mittelweg der Sprachen sehr gut 	funktioniert.<br />
Der Mann, der dem Jugen hilft, kann leider nicht 	viel verstehen. Der Jungen versucht es mit Englisch und Französich 	und in seiner Not auch mal mit Twi und Fante und ist irritiert das 	der Mann nur eine Sprache nämlich Deutsch kann. Also bleibt es bei 	keinen Namen und auch keinen Äußerungen über das, was wirklich 	passiert ist. Im Krankenhaus angekommen, liefert der Mann ihn an der 	Rezeption ab. Er sagt, dass sich der Junge mit jemanden geschlagen hat 	und geht.<br />
Nach dem Frühstück verabschiede ich mich von allen 	wobei mir sogar die zerbrechliche Großmutter sehr herzlich die Hand 	schüttelt. Gerade als ich aus Sichtweite bin, stolpere ich über 	eine kleine Wurzel, falle und knall mit der Nase auf den Erdboden.<br />
Als meine Sicht klarer wird stehen fünf Leute vor mir. Alle 	versuchen mir zu helfen.  Ich werde zum nächsten Arzt begleitet, 	kann aber schon wieder laufen. Die Unterstürzung gibt einem so viel 	Energie, dass selbst Schmerzen etwas nachlassen.<br />
Die 	Krankenschwestern sind nicht erfreut ihn zu sehen. Wieder einer von 	den Ausländern die kaum Deutsch können und  sich nur schlagen 	wollen. Krankenversicherungskarte??<br />
Sie haben keine?? Haben sie 	einen Ausweis dabei? Verstehen sie mich?? Wenn sie nicht mit mir 	reden wollen bin ich dazu verpflichtet unverständlich die Polizei 	zu verständigen!<br />
Ich muss um behandelt zu werde eine 	Krankenkarte haben. Das ist ganz schnell möglich und mit fast 	keinem bürokratischen Aufwand zu erledigen. Name? Geburtsdatum? 2 	cd (umgerechnet 1€) bitte? Das ist ihr Karte! Da sie alles auf 	Englisch anstatt auf Fante sagt, da sie grundsätzlich davon 	ausgeht, dass ich ihre Sprach nicht kann, ist es für mich möglich 	alles zu verstehen. Ich sage „Danke!“ auf ihrer Sprache und 	wieder ist die Freude groß.<br />
Als die Polizei ihn 	abholt weiß er nicht was mit ihm geschieht. Es geht alles zu 	schnell.<br />
Am liebsten wäre er jetzt einfach wieder in Komenda. 	Da wird er auch bald sein.<br />
Gewaltbereite Ausländer die nicht 	assimiliert sind haben nämlich in Deutschland nichts zu suchen und 	werden schnellst möglich Abgeschoben.&#8221;</ol>
<p>Boom, das ging  schnell aus den Fingern und wenn ich es mir selber nochmal so durchlesen kommt es natürlich, wie schon vermutet, etwas übertrieben rüber. Aber man merkt, wenn auch auf etwas sarkastische Weise und vor allem wenn man Deutschland UND Ghana etwas kennt, das wahre Worte dahinter stecken. Und das beste ist, das Ghana nicht nur im Dorf verdammt genial ist. Hab ich schon erwähnt, dass ich auch öfters schon in der Stadt war?!! Ihr würdet es nicht glauben, wenn ich erzähle was man dort erleben kann. Klar! Natürlich gibt es auch negative Erlebnisse und Tatsachen aber genau wie ich in meinem ersten Eintrag auf diesem Blog schon mal gesagt habe, überwiegen die Positiven, so dass ich darüber hinwegsehen kann und es in diesem Zusammenhang gerade nicht erwähnen brauche. Ghana und alles was ich erlebe ist leider kaum in Worte zu fassen – zumindest nicht in Worte die man in Deutschland sinnvoll entschlüsseln könnte. Boom-chaca-taaaa!<br />
Nun erstmal ein frohes neues Jahr und seit gespannt auf das, was noch kommt.</p>
<p>Love&amp;Respect against Babylon</p>
<p>Euer Tom as “the 3<sup>rd</sup> Eye“</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Die ersten 4 Tage</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Nov 2009 19:19:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[Komenda]]></category>

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		<description><![CDATA[Artikel als PDF herunterladen (1,25 MB) Über den Wolken (Donnerstag der 17.09.09) Wir sind drin! Wir sitzen im Flieger!! Es ruckelt kurz und schon heben wir ab. Wir lassen des Stress des Packens, des Wartens, des Verabschiedens, Vereinbarens, des Impfens, des langatmigen Medizinkaufens (was überwiegend sinnlos war, wie sich hier raus stellt) und jeglichen anderen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/Die-ersten-4-Tage.pdf">Artikel als PDF herunterladen (1,25 MB)</a><br />
<a href="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/4Tage.jpg" rel="shadowbox[post-99];player=img;"><img class="size-medium wp-image-100 alignright" title="Meine ersten 4 Tage" src="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/4Tage-245x300.jpg" alt="Meine ersten 4 Tage" width="245" height="300" /></a></p>
<h2>Über den Wolken</h2>
<p><em>(Donnerstag der 17.09.09)</em></p>
<p>Wir sind drin! Wir sitzen im Flieger!!</p>
<p>Es ruckelt kurz und schon heben wir ab. Wir lassen des Stress des Packens, des Wartens, des Verabschiedens, Vereinbarens, des Impfens, des langatmigen Medizinkaufens (was überwiegend sinnlos war, wie sich hier raus stellt) und jeglichen anderen Stress hinter uns und heben ab in die unbekannte aber doch spürbare Ferne.<span id="more-99"></span></p>
<p>Wir fliegen über bekannte europäische Länder, dann über das unendlich blaue Meer und dann über die nie enden wollende Sahara. Obwohl man 11 km über der Erde, fast lautlos, fliegt, kommt es einem wie eine ganz normale Bahn fahrt vor. Ich will nicht über die Zeit vor dem Flug reden. Das wäre etwas zu stressig. Es war gegen Ende generell fast alles etwas zu stressig. Aber das lässt man jetzt, genau wie Deutschland, einfach hinter sich.</p>
<p>Das Einzige was ich noch erwähnen will ist, dass wir fast den Flug verpasst hätten. Wir waren die letzten Passagiere, die total abgehetzt am Bus ankamen, der uns dann zum Flugzeug brachte. Der Grund: Ein Cheeseburger.</p>
<p>Aber auch das ist jetzt vergessen. Mit 913 km/h geht es Richtung Ghana. Ich hänge an der Scheibe und versuche die überwältigenden Luftbilder auf Fotos fest zuhalten, was nicht wirklich gut klappt, da die -49° kalte Luft hinter der 4 cm dicken Schutzscheibe, kaum klaren Aufnahmen zulässt.</p>
<div id="attachment_101" class="wp-caption aligncenter" style="width: 590px"><a href="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/UeberDenWolken.jpg" rel="shadowbox[post-99];player=img;"><img class="size-medium wp-image-101  " title="Über den Wolken" src="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/UeberDenWolken.jpg" alt="Über den Wolken" width="580" height="163" /></a><p class="wp-caption-text">Über den Wolken</p></div>
<p>Ich behalte die schönen Impressionen einfach im Kopf und schließe die Augen. Es fängt wieder an zu ruckeln. Der wirkliche Unterschied zu dem Ruckeln am Anfang ist, dass nun die Erde rot ist und die sehr unterschiedlichen Hütten, Häuser und Luxusvillen zusammen Accra ergeben. Wir sind da.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/Fenster1.jpg" rel="shadowbox[post-99];player=img;"><img class="aligncenter size-full wp-image-102" src="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/Fenster1.jpg" alt="Fenster1" width="600" height="137" /></a></p>
<h2>(Rote) Erde unter den Füssen</h2>
<p>Man kann die Hitze draußen förmlich spüren. Man sieht Straßen und, sobald wir im Anflug sind, auch die ersten Menschenmassen. Wir werden wieder per Bus, begleitet von lauter Highlifemusik, von der Landebahn zum Flughafen gebracht. Auf der Stirn steht der Schweiß. Den lasse ich aber einfach stehen, denn das Gefühl an diesem Ort angekommen zu sein, überwältigt mich so sehr, dass mich kaum noch irgendetwas aus der Ruhe bringen könnte.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/Fenster2.jpg" rel="shadowbox[post-99];player=img;"><img class="aligncenter size-full wp-image-103" src="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/Fenster2.jpg" alt="Fenster2" width="600" height="112" /></a></p>
<h2>Keine Hilfe</h2>
<p>Ich habe es fast schon geahnt! Mein Kameraequipment würde beim Zoll zu Problemen führen. Der erste Wagen, gefüllt mit unserem Handgepäck, in dem das meiste Equipment ist, kommt fast ohne Probleme durch. Dann kommt mein Wagen mit dem großen Alu-Kofer.  Zack – Und schon saßen wir im Zollbüro. Die Frau die die Zollkontrolle übernahm war nicht sehr freundlich, was für Ghanaer recht ungewohnt ist. Nach dem sie sah, dass wir ein Stativ dabei hatten, wollte sie, dass wir alles  was wir dabei haben auf einen Zettel schreiben, da dies angeblich verzollt werden muss. Sie wühlte weiter in der Tasche. Um diese Suche, die für sie erfolgreich verlaufen wäre, schneller zu beenden sagte ich, dass wir für eine NGO arbeiten werden und die Geräte für unser Projekt brauchen. Ich ergänzte, um ihr zu beweisen das wir es ernst meinen, dass die Leiter der Organisation draußen warten. Sie schaute zu mir und meinte, dass ich ihr es nur beweisen könnte in dem ich einen der Organisation ins Zollbüro holen würde, der dann wiederum mit ihr redet. Kein Problem. Ich darf also Ghana betreten. Jeah! Ich gehe den lange Weg entlang bis zur großen Empfangshalle. In der Empfangshalle warten um die 20 Ghanaer mit den unterschiedlichsten Schildern auf verschiedene Leute. Der ein oder andere fragt mich ob ich ein Taxi nehmen will. Ich verneine freundlich und gehe weiter zum großen überdachten Vorplatz der Eingangshalle. Draußen sind um die 100 Leute die dir entweder einer Taxifahrt oder aber auch diverse andere Sache anbieten. Ich gehe suchend durch die Menschenmenge mit dem Gedanken gleich eine Gruppe der AIM.-Leute zu sehen die uns abholen wollen. Nach 10 Minuten der Suche, merke ich langsam, dass anscheinend nicht mal einer da ist um uns ab zu holen. Da ich sicher bin, dass die Zollfrau unser Gepäck, in der Zeit in der ich weg bin weiter durchsuchen wird, gehen ich so schnell ich kann wieder ins Zollbüro.</p>
<p>Durch Zufall treffe ich einen Polizisten der mich zu einem Laden führt in dem man Telefonkarten kaufen kann. Ich kenne keiner der ghanaischen Nummer, deshalb rufe ich von einem Handy aus Michael, der Gründer der Organisation, in Deutschland an. Er gibt mir die Nummer von Jörn. Der wiederum redet mit der Frau vom Zoll. Fast vergeblich. Sie sagt klar was Sache ist. Wir sollen alles verzollen. Wenn wir das nicht machen werden uns alle Gepäckstücke abgenommen und wir müssen ohne die Sachen nach Komenda fahren. Glücklicherweise findet sie beim durchsuchen der Koffer nicht die große Kamera sondern nur eine kleine Handkamera. Ich sage ihr, dass dies unser gesamtes Kameraequipment ist – und zum Glück – Sie findet wirklich nicht mehr. Nach gut zwei Stunden im Zollbüro kauft sie uns diese nicht wirklich gute Lüge ab und wir dürfen mit unserem Gepäck wieder auf den überdachten Vorplatz.</p>
<h2>Leben wie ich es noch nicht erlebt habe.<br />
Oder einfach A.C.C.R.A.</h2>
<p>Inzwischen haben wir erfahre, dass AIM. mit uns erst drei Tage später gerechnet hat. Nun warten wir also auf dem Vorplatz. Man kann es wirkliches Leben nenne, was sich dort abspielt. Menschen verkaufen, sitzen, tanzen und machen Musik. Alles zusammen ergibt das für mich jetzt typischer gewordene Ghana-Life. Nach einer Stunde erfahren wir, dass wir noch drei Stunden warten müssen bis uns Max, ein ehemaliger Freiwilliger abholen wird. Max ist gerade in Accra, da er morgen wieder nach Deutschland fliegt. Beim warten lernen wir einige nette Ghanaer kennen.</p>
<p>Als Max kommt können wir alle in ein Hotel fahren. Das ist die Notlösung, da die Fahrt nach Komenda vier Stunden dauern würde und das für heute unmöglich ist, da wir schon 22 Uhr haben. Im Hotel angekommen legen wir unsere Sachen ab und gehen nochmal auf ein Bier in die Hauptstadt. Mal so zwischendurch: Bis auf die Zollkontrolle hat mich nichts von dem unendlich gutem Gefühl abgebracht endlich in Ghana zu sein.</p>
<p>Es ist 110% so wie ich es mir gewünscht hatte. Wir laufen durch die, von Werbetafeln und Straßenlaternen, bunt beleuchteten Straßen. Obwohl wir fast 23 Uhr habe sind immer noch massenhaft Kinder und Erwachsen auf der Straße. Sie tragen riesen Körbe auf ihren Köpfen und verkaufen daraus Essen, Trinken in Plastiktüten und alles was man sich sonst noch vorstellen kann. An jeder Straßenecke sitzen zwei bis zu fünf Frauen hinter einem kleinen Tisch und verkaufen Essen und Süßigkeiten, von ihrem sogenannten Shop. Tausende Autos rasen an uns vorbei. Jedes Taxi, und das ist fast jedes zweites Auto, hupt wenn es uns sieht um zu signalisieren, dass du mitfahren kannst wenn du nur ein minimales Signal gibst. Wir laufen weiter.</p>
<p>Trotz der Armut die man manchen Kindern und Frauen ansieht lächeln sie dir immer freundlich zu und strahlen eine Art Wärme aus, die man in Deutschland nicht mal beim Händeschütteln fühlen würde. Es ist ein fast unbeschreibliches Gefühl durch die belebten Straßen Accras zu laufen. Nach dem wir in eine Bar, in der die Highlifemusik so laut läuft, dass man sich kaum unterhalten kann, kurz ein Bier getrunken haben, fahren nochmal los  um etwas Essen zu holen. Das Essen im selbst ernannten &#8220;Fastfood&#8221; Imbiss, bei dem die Bedienung schon 20 Minuten auf sich warten lässt um überhaupt die Bestellung auf zu nehmen, schmeckt zum Glück besser als in deutschen Fastfood-Schuppen.</p>
<div id="attachment_104" class="wp-caption aligncenter" style="width: 590px"><a href="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/AufDemWegZumFastfood.jpg" rel="shadowbox[post-99];player=img;"><img class="size-full wp-image-104  " title="Auf dem Weg zum Fastfood" src="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/AufDemWegZumFastfood.jpg" alt="Auf dem Weg zum Fastfood" width="580" height="304" /></a><p class="wp-caption-text">Auf dem Weg zum Fastfood</p></div>
<p>Der Abend geht noch genau so gut weite und ich kann mit einem sehr guten Gefühl im Hotelzimmer einschlafen.  Zum Schluss habe ich noch kurz mit Milena geredet. Es soll morgen angeblich Hund als Begrüßungsessen geben. &#8220;Tolle Begrüßung du Nuss!&#8221; Mittlerweile weiß ich, dass sie einen Spaß gemacht hat obwohl Hund nichts Ungewöhnliches auf der Speisekarte ist.</p>
<p>Dies war also meine erste Ghana-Erfahrung. Von dem Projekt oder von AIM. hat man bis jetzt kaum etwas Erfahren. Das wird sich natürlich noch ändern. Aber GUT Ankommen ist ja , wie wir alle wissen, erstmal ein ganz normaler und wichtiger Prozess bevor es wirklich los geht.</p>
<h2>Auf nach Komenda!</h2>
<p><em>(Freitag, der 18.09.09)</em></p>
<p>In Boxershorts öffne ich einem jungen Mann der an die Hoteltüre klopft. Es ist Raymond. Er ist mit einem Taxifahrer gekommen um uns und unsere ,fast 150 kg schwere Koffersammlung, mit nach Komenda zu nehmen.</p>
<p>Wir fahren los.</p>
<p>Ich spüre den kalten, mit einem süßlichen ( leider vom Abgas stammenden) Wind in meinem Gesicht und fühle mich, nicht wegen des Geruches, sondern wegen des Feelings, besser als jemals zuvor. Wir fahren vorbei an großen, typisch ghanaischen Bauwerken, Marktplätzen, Shops. Neben uns immer ein Haufen Taxis, Trotros (Trotros sind Minibusse die für alles und jeden halten solange er ein bisschen bezahlen kann) und Autos die in Deutschland nicht mal auf den TÜV-Parkplatz halten dürften.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/Strassenrand1.jpg" rel="shadowbox[post-99];player=img;"><img class="aligncenter size-full wp-image-105" src="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/Strassenrand1.jpg" alt="Strassenrand1" width="600" height="229" /></a></p>
<p>Als wir aus der Stadt raus fahren durchqueren wir auf unserem vier stündigen Weg lange Häuserreihen, Wohngebiete, Palmenwälder, Dörfer und trefen dabei immer wieder auf Menschen die am Straßenrand oder an Ampeln mit riesigen Körben auf den Köpfen durch die Autoreihen laufen um Sachen zu verkaufen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/Strassenrand2.jpg" rel="shadowbox[post-99];player=img;"><img class="aligncenter size-full wp-image-106" title="Strassenrand2" src="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/Strassenrand2.jpg" alt="Strassenrand2" width="600" height="209" /></a></p>
<p>Wenn man drauf achtet, sieht man immer wieder Werbung. Neuerdings ist Ghana Vodafone-verseucht, sagt uns der Fahrer und das merken wir auch selber schnell. Alle paar hundert Meter sieht man eine Vodafone-Flagge, einen Werbebanner oder ein ganzes Haus das mit e riesigem Vodafone-Logo bemalt ist.  In dem Fall einfach: &#8220;Augen zu und durch&#8221;.</p>
<p><a href="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/Vodafone.jpg" rel="shadowbox[post-99];player=img;"><img class="alignright size-medium wp-image-107" title="Vodafone" src="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/Vodafone-300x245.jpg" alt="Vodafone" width="300" height="245" /></a>Nun ja. Mal von der Werbung abgesehen ist die Fahrt atemberaubend.</p>
<p>Man sieht, ich kann es nicht oft genug sagen. Es geht die ganze Zeit so weiter aber um das ganze jetzt mal abzukürzen erzähle ich jetzt mal von der Ankunft.</p>
<h2>Sind wir im Paradies?</h2>
<p>Es klingt vielleicht was übertreiben aber so fühlt man sich wenn man erstmal nur die tollen Sachen sieht.</p>
<p>Leider zeigt sich gleich hinter den Palmen dass es nicht in allen Bereichen ein Paradies ist, denn dort befinden sich Müllberge. Abfalleimer kennt man hier nicht. Ich fühlte mich aber trotzdem wie im Paradies als ich aus dem Auto ausstieg und eine angenehme Wärme mein Gesicht überwälzt. Wir habe ein kleines Haus, dass wir uns mit zwei anderen Freiwilligen-AIM&#8217;lern teilen. Vorerst. In ein paar Wochen haben wir es für uns drei allein. Es ist sehr bescheiden – Schlafzimmer, Klo und Küche – aber es reicht mir alle male. Kurz nach dem wir unser Koffer teilweise ausgepackt , kamen zwei kleine Mädchen vorbei mit denen wir malten. Einer der beiden heißt Amina und ist 7 Jahre alt.</p>
<p><a href="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/Amina.jpg" rel="shadowbox[post-99];player=img;"><img class="aligncenter size-full wp-image-108" title="Amina" src="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/Amina.jpg" alt="Amina" width="600" height="301" /></a></p>
<p>Nach dem ich eine gute Stunde mit ihr verbracht hatte glaube ich, dass sie für ihr alter sehr intelligent ist. Es ist nicht die Art von Intelligenz die man von deutschen Kindern kennt. Sie ist, wie soll ich es sagen…Lebens-Intelligent. Sie versteht und lernt in einem enormen Tempo. Hat ein sehr starkes Selbstbewusstsein und eine sehr ausgeprägte Ausdrucksweise obwohl sie rein von der schulischen Bildung her theoretisch noch gar nicht so weit sein kann. Wenn Amina noch mehr Bildungsmöglichkeiten hätte würde sie eine absolute Powerfrau werden – das wird sie bestimmt auch so. Aber der gewisse Schritt zum Absoluten wird ihr wahrscheinlich fehlen. Ich hoffe ihr versteht wie ich das meine.</p>
<p>Nach dem großen Welcome-Meeting von AIM. bei dem wir auf sehr nette weise viele der AIM&#8217;ler in Ghana kenne gelernt haben, lernen wir noch die &#8220;Chefs&#8221; unserer Area kennen. Viele  nennen sie hier &#8220;Ma&#8221; (Mother) und &#8220;Dada&#8221; (Dad). Sie sind in unsere Area eine der ältesten und wohnen genau neben uns.</p>
<h2>Der erste Tag in Komenda</h2>
<p><em>(Samstag, der 19.09.09)</em></p>
<div id="attachment_32" class="wp-caption aligncenter" style="width: 590px"><a href="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/10/DSC_0698_800px.jpg" rel="shadowbox[post-99];player=img;"><img class="size-full wp-image-32 " title="Tom in Ghana" src="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/10/DSC_0698_800px.jpg" alt="Tom in Ghana" width="580" height="337" /></a><p class="wp-caption-text">Der Blick aus unserem Haus</p></div>
<p style="text-align: center;">
<p>Als ich aufwache ist mir unendlich heiß. Wir hatten vergessen den Ventilator an zu lassen und deshalb stand die heiße Luft einfach im Raum. Verschlafen gehe ich aus unseren kleinen Raum in dem zwei Betten, unsere Koffer, zwei Moskitonetze und ein provisorisch gebauter Schrank stehen, durch den kleinen Flur in dem an der linke Wandseite unsere Trinkwasservorrat lagert. Das saubere Wasser trinkt man hier nicht aus Flaschen sondern aus  500ml &#8220;Feel good!&#8221; (hahaha, guter Witz)-Plastiktüten. 50 von diesen sind wiederum in einer großen Plastiktüte eingeschweißten. Und von diesen großen liegen 25 Stück im Flug. Ja. Plastik gibt es hier im Überschuss. Auf das Thema Umweltbewusstsein und Umweltschutz werde ich aber wann anders zu sprechen kommen. Ich wanke weiter in unser bescheidenes Wohn-und-Esszimmer. Der Schweiß von der heißen Nacht liegt immer noch auf meinem Gesicht. Milena liegt auf dem Boden und versucht sich zu schonen, weil sie Malaria bekommen hat. Janna ist draußen und Duscht und Hanna macht gerade den Abwasch. Wo Adrian ist weiß ich nicht. Duschen. Ich hätte nicht gedacht, dass Duschen ohne Dusche so gut sein kann. Ein kleiner Eimer reicht vollkommen aus.</p>
<h2>Der Weg zum Polytank</h2>
<p>Frisch geduscht, gehe ich mit Janna Dusch-Spühl-und-Kochwasser holen. Wir laufen mit einem großen Eimer und einer Schubkarre an Ma&#8217;s Haus vorbei. Dann wird es schnell grün – wir sind in einem kleinen Bananenwald. Links und rechts sieht man immer wieder grüne Bananen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/Bananenweg.jpg" rel="shadowbox[post-99];player=img;"><img class="aligncenter size-full wp-image-109" title="Bananenweg" src="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/Bananenweg.jpg" alt="Bananenweg" width="600" height="230" /></a></p>
<p>Danach überqueren wir einen kleinen Platz. Wie immer lächeln einen alle an, grüßen sehr freundlich und fragen wie es einem geht. I&#8217;m fine! Thanks! Diese  Begrüßungen sind ganz normal – auch zwischen den Einheimischen. Nur dann auf Fante. Dazu kommt, dass man sich noch die Hand schüttelt. Immer nur die Rechte. Die Linke Hand wird als dreckig angesehen und es gilt als Beleidigung wenn man sie jemanden hin hält. Nach dem wir alle Begrüßt haben gehen wir weiter über den Platz und kommen an einer kleinen aber bunt bemalten Grundschule vorbei.</p>
<p><a href="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/KleinerPlatz.jpg" rel="shadowbox[post-99];player=img;"><img class="alignleft size-full wp-image-110" title="KleinerPlatz" src="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/KleinerPlatz.jpg" alt="KleinerPlatz" width="300" height="182" /></a>Links und rechts sind hohe Kokospalmen, an denen die grünen Früchte massenhaft in der Spitze hängen. Dann kommen wir zum Trinkwasser-Polytank.</p>
<p>Während wir Wasser aus dem 5000 Liter Tank holen schaue ich einen kleinen Jungen zu, der auf einer Leiter steht und mit einer Machete in einer großen Palme rum hackt. Er will die Früchte ernten und muss deshalb<br />
erstmal ein paar Palmenäste abschlagen.</p>
<p>Plötzlich schreit er &#8220;Shit!&#8221; und springt mit einem Satz von der Leiter und rennt ein paar Meter weg. Eine giftige schwarze Baumschlange. Einer der Jungs nimmt die Machete und tötet die Schlange. Die Frauen klatschen, die Kinder jubeln und der Alltag geht weiter. Mit der nun gefühlten 100 kg schweren Schubkarre geht es zurück zum Haus. Wenn man sich um guckt sieht man überall kleine Kids spielen und Frauen kochen. Fragt ihr euch warum ich die Männer kaum erwähne? Das frage ich mich gerade selber?! Keine Ahnung! Also die Männer die sitzen meistens irgendwo in der nähe und grüßen genau so freundlich. Am Haus angekommen warten schon Amina und ihr Schwestern auf uns.</p>
<h2>Der Komendarundgang</h2>
<p><em>(Sonntag, der 20.09.09)</em></p>
<p>Ich wache auf.<br />
Es ist acht Uhr und die Nachbarn auf der Terrasse sind schon seit fast vier Stunden aktiv. Durch deren Lautsprecher dröhnt &#8220;Get up, stand up, stand up for you rights!&#8221;. Wenn man aufsteht wird erstmal das Radio aufgedreht.</p>
<p>Trotzdem habe ich diesmal sehr gut geschlafen.<br />
Der Ventilator war die Lösung! Ich drehe mich noch einmal auf die Seite und krieche nach 20 Minuten durch mein Moskitonetz. Adrian und Hanna sind schon wach. Janna schläft noch. Ich setze mich zu Adrian der schon munter an seinem Laptop tippt und starte meinen.</p>
<p>Kurz nach dem Frühstück kommt Amina und ihre Schwester durch die Tür. Adrian, Hanna und ich sind verblüfft. Sie sind beide sehr schön zurechtgemacht. Ein schönes Kleid, wunderschöne Haare. Heute sind sehr viele Einheimisch aus unsere Area sehr gut gekleidet. Einerseits liegt es daran, dass heute Sonntag ist und  jeder in die Kirche geht aber viel mehr, das heute auch das Ende von Ramadan gefeiert wird. Auf unserem Plan ist kein Gang in die Kirche sondern ein Rundgang durch Komenda, da wir bis auf unsere Area noch so gut wie nichts kennen.</p>
<p>Gegen drei brechen wir auf und gehen durch einen schmalen Weg. Rechts und links bilden fast zwei Meter hohen grüne Büschen und Gräser eine mauerartige Absperrung. Nach dem wir durch sind, laufen wir auf eine der Schulen in Komenda zu. Der Schulhof ist ein riesiger Platz mit Sandboden der jeden Morgen (wenn Schule ist) gefegt wird. Dieser Platz ist umringt von Kokospalmen. Die Schule selber ist gelb und braun bemalt. Wie fast alle<br />
staatlichen Schulen.  Wir gehen weiter durch die Stadt und kommen am Marktplatz an. Wir laufen weiter zum Strand an dem die Fischer an ihren langen Holzbooten die Netze reparieren.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/Fischerboote.jpg" rel="shadowbox[post-99];player=img;"><img class="aligncenter size-full wp-image-113" title="Fischerboote" src="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/Fischerboote.jpg" alt="Fischerboote" width="600" height="309" /></a></p>
<p>Von dort aus laufen wir weiter zum richtigen Strand. Bevor wir den Strand sehen zeigt und Janna eine alte Ruine. Es ist eine alte große Halle bei der das Dach nicht mehr vorhanden ist. Es ist eines der vielen Überbleibsel der Briten. Wir wissen nicht genau wem es gehört aber eines wissen wir, nach dem wir es uns genauer angeguckt haben. Diese Open-Air-Halle ist der ideale Ort für meine Kinoidee! Beste Lage, beste Möglichkeit zum Um-und Wiederaufau etc. Es wäre einfach perfekt. Bei der nächsten Projektbesprechung wollen wir dieses Thema mal ansprechen. Mit dieser guten Neuigkeit gehen wir weiter Richtung Strand. Es ist unendlich schön.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/Strand1.jpg" rel="shadowbox[post-99];player=img;"><img class="aligncenter size-full wp-image-114" title="Strand1" src="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/Strand1.jpg" alt="Strand1" width="600" height="359" /></a></p>
<p>Man geht eine steile Steintreppe hinab und sobald man hinter der Felswand angekommen ist wird man überwältigt von einem Blick aufs Meer, einem viele Kilometer langen Strand und einer ganzen Reihe Palmen. Die Sicht ist durch winzige Wassertropfen die vom Meer auf das Land geblasen werden etwas milchig was das ganze im Sonnenlicht noch unwirklicher wirken lässt. Ich hole tief Luft. Die Luft wirkt gesund. Nach dem wir uns eine große Höhle im Fels angeguckt haben, laufen wir lange über den Strand und schauen uns die  Wellen an.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/Strand2.jpg" rel="shadowbox[post-99];player=img;"><img class="aligncenter size-full wp-image-115" title="Strand2" src="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/Strand2.jpg" alt="Strand2" width="600" height="363" /></a></p>
<p>Zu Hause angekommen kochen wir uns etwas. Die Nachbarn auf der Rückseite des Hauses brennen trockene Palmenzweige ab. Die grünen Palmenblätter flechten die Kinder um damit einen Zaun für ihren zukünftigen Gemüsegarten zu bauen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/PalmenFlechten.jpg" rel="shadowbox[post-99];player=img;"><img class="aligncenter size-full wp-image-117" title="Palmen flechten" src="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/PalmenFlechten.jpg" alt="PalmenFlechten" width="600" height="602" /></a></p>
<p>Heute ist ein ruhiger Tag. Nachdem wir gegessen haben sind Janna und Hanna müde und legen sich schon mal hin. Adrian sitze am Tisch und liest. Ich sitze auch und tippe am Laptop. Amina, die in der zwischenzeit wieder bei uns ist, schläft auf meinem Schoß. Irgendwann muss Amina nach Hause weil morgen Schule ist. Adrian geht ins Bett und ich bleibe im Wohnzimmer.</p>
<p>Weil ich noch nicht müde bin will ich noch einen Film gucken. Ich finde den besten Film den ich jetzt finden konnte. &#8220;Berlin calling&#8221; passt 100% nicht zu dem leben hier aber war genau das was mich nochmal zurück nach Deutschland holen konnte. Sehr schön. Dazu kommt noch, dass der Film wieder meine filmerische Phantasie geweckt hat und ich mir danach Notizen für einen möglichen Film bzw. ein mögliches Filmprojekt für den Filmworkshop gemacht habe. Mehr verrate ich noch nicht.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/Gruppenfoto.jpg" rel="shadowbox[post-99];player=img;"><img class="aligncenter size-full wp-image-118" title="Gruppenfoto" src="http://blog.start2think.de/wp-content/uploads/2009/11/Gruppenfoto.jpg" alt="Gruppenfoto" width="600" height="884" /></a></p>
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		<title>Der erste Versuch alles fest zu halten.</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Nov 2009 18:06:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Man kennt es. Das Gefühl, dass man am liebsten alles was man erlebt festhalten würde. Dieses dringende Bedürfnis hatte ich die ersten Tag die ich hier war bis ich nach vier Tagen gemerkt habe, dass es nicht klappt bzw. ich nicht die Zeit habe jeden Tag alles auf zu schreiben.  Trotzdem habe ich in den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm; widows: 2; orphans: 2;" lang="de-DE">Man kennt es. Das Gefühl, dass man am liebsten alles was man erlebt festhalten würde. Dieses dringende Bedürfnis hatte ich die ersten Tag die ich hier war bis ich nach vier Tagen gemerkt habe, dass es nicht klappt bzw. ich nicht die Zeit habe jeden Tag alles auf zu schreiben.  Trotzdem habe ich in den ersten Tagen eine Menge geschrieben, die ich euch nicht vorbehalten will.</p>
<p>PS:  Um den Blog textlich nicht zu überfüllen habe ich den Bericht über die ersten vier Tage als PDF zum Download bereit gestellt. Der Text ist für alle „Lesefaulen“ auch mit vielen Bildern gefüllt! Nur anklicken, downloaden und dann auch direkt schon los lesen. J<span style="font-style: normal;"><span style="font-weight: normal;">etzt erstmal viel</span></span> Spaß und</p>
<p>AKWAABA! &#8211; Welcome to Ghana!</p>
<p>&#8230;noch was generelles für den Blog. Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. <img src='http://blog.start2think.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>NEWS: Ich verzweifel gerade an der langsamen Verbindung. Wenn sie noch ein kleines bisschen langsamer wird, läuft sie rückwärts.<br />
Das PDF kann ich deshalb gerade nicht uploaden &#8211; für den kleinen Text habe ich schon 2 Stunden gebraucht.<br />
Ich lade es hoch sobald ich die Richtige Verbindung habe. Noch ein klein bisschen Geduld.</p>
<p>UPDATE: Der Bericht ist jetzt <a href="http://blog.start2think.de/2009/11/die-ersten-4-tage/">hier</a>!</p>
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		<title>REIZÜBERFLUTUNG!</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Nov 2009 17:44:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich habe lange überlegt mit welchem Wort ich meinen Ghana-Blog beginnen soll – ich denke Reizüberflutung trifft die momentane Situation definitiv am besten. Ich wusste lange wirklich nicht wie und vor allem wo ich anfangen soll, denn es passiert hier jeden Tag so viel, dass es unmöglich ist alles fest zu halten. Trotzdem ist dieser [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><br />
Ich habe lange überlegt mit welchem Wort ich meinen Ghana-Blog beginnen soll – ich denke Reizüberflutung trifft die momentane Situation definitiv am besten. Ich wusste lange wirklich nicht wie und vor allem wo ich anfangen soll, denn es passiert hier jeden Tag so viel, dass es unmöglich ist alles fest zu halten. Trotzdem ist dieser Blog ein versuch euch einen Einblick in meine Welt zu verschaffen, die ich gerade selber neu erkunde. Bevor ich beginne will ich noch einmal allen ganz herzlich danken, die sich für meine Arbeit, meine Organisation (<a title="African Information Movement" href="http://www.aim-ev.org" target="_blank">aim-ev.org</a>) und Ghana interessiert und mein Projekt und AIM. unterstützt.  Danke!</p>
<p>Euer <em>Tom </em></p>
<blockquote><p>&#8220;Das alte Afrika ist gestorben, das Neue noch nicht geboren.<br />
Ein Kontinent zerrissen zwischen Tradition und Moderne.&#8221;</p></blockquote>
<p style="padding-left: 30px;">- Bartholomäus Grill</p>
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