4

Warum Film für uns wichtig ist.

Veröffentlicht von tom am 2. August 2011 in AIM, Film, Ghana, Komenda

Die Jugendlichen aus Komenda, meine ehemaligen Filmschüler, haben zusammen mit ihrem Filmlehrer Philipp Brandstädter eine sechsteilige Folge über AIM gemacht. Auf einen der Videoclips bin ich besonders stolz. In diesem Teil erzählen zwei der Filmcrew Mitglieder, warum Film für sie Sinn macht und für Ghana wichtig sein kann.

Viel Spaß beim schauen und seit gespannt was bald noch alles kommt… es geht wieder los. :)

 
1

“Man kann mit Film etwas erreichen” – Ein Jahresrückblick

Veröffentlicht von tom am 14. Juni 2011 in Afrika, AIM, Film, Ghana, Komenda

Parallel zu der Filmvorführung von “Save Our Children” auf dem Environmental Filmfestival in Jamestown/ Accra vergangenen Sonntag, ist ein schöner Zeitungsartikel über meine Arbeit in Ghana, den Filmworkshop, unsere Filme und das Festival erschienen.

Einen herzlichen Dank an dieser Stelle an den Autor Markus Wimmer. Er hatte auch schon einen Artikel verfasst, als ich Ende 2009 nach Ghana gegangen bin.
Auch einen Dank an Rebekka für das ausgefallene Layout!

Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen!

Hier der Artikel als PDF (8.1 MB).

Und hier der Artikel von 2009.

 
1

How video powers global innovation! Ghana Filmfestival NEWS!

Veröffentlicht von tom am 4. Juni 2011 in Afrika, AIM, Film, Ghana, Komenda

Film has the power to CHANGE!

Hier ein paar Updates zu unserer Nominierung für das “Environmental Filmfestival Accra” mit unserem Film “Save Our Children”.

Wie gesagt sind wir nominiert und da jetzt auch die Leiterin des Festivals auf unsere Arbeit und Filmprojekte aufmerksam geworden ist und diese schon sehr lobt, sehen auch die Chancen für weitere Erfolge sehr gut aus. Mittlerweile ist die Filmauswertung abgeschlossen und “Save Our Children” hat, laut des Festivalmanagements “eine der besten Spielzeiten die es gibt”, nämlich den einzigen Samstag.

Hier ist das Programm: http://www.effaccra.org

Ich hatte ja gesagt, das es sehr schön (und für mich das wichtigste) wäre, wenn es die Jugendlichen nach Accra schaffen würden um dort ihren Film im Kino zu sehen und geehrt zu werden. Dank der super netten und spontanen Spende von Ralph und Birgit Elsaesser, ist es jetzt möglich, mit dem Filmteam (also den Jugendlichen) zu dem Scrrening zu fahren. :)
Es wird ein unvergässliches Erlebniss für alle, da manche der Jugendlichen aus Komenda noch nie in Accra oder im Kino waren.

Es kommen auch noch der neuen Filmworkshop-Lehrer Philipp Brandstädter, sowie Projektmanager Solomon und Leiter von AIM. Ghana Jörn mit. Dazu kommt noch, dass AIM und alle eben genannten extra noch zur Eröffnung des Festivals eingeladen wurden. Ich bin so gespannt zu hören, was gerade vor sich geht, denn es sind nur noch wenige Tage bis zur Show. Ich glaube es wird ein Riesen-Spektakel, denn schon auf der Pressekonferenz waren schon sehr viele bemerkenswerte Persönlichkeiten erschienen wie z.B.
Dr. Kwesi Owusu, Director, Environmental Film Festival of Accra
Mr Daniel Amlalo, Executive Director, Environmental Protection Agency – TBC
Mr Arnaud Dornon, Head of Co-operation and Cultural Affairs, French Embassy in Ghana
Mr Moses Anibaba, Director, British Council
Mrs. Vicentia Akwetey, Dean of Studies, NAFTI
Ms Dyane Epstein, International Office of Migration, Chief of Mission
Ambassador William Williams, Australian High Commissioner to Ghana
Ambassador Stig Barlyng, Danish Ambassador to Ghana
Mr Edem Senanu, Deputy Executive Director, Africa 2000 Network – Ghana
Dr Yao Graham, Coordinator, Third World Network
Ms Sandrine Capelle-Manuel, CHF International

PRESS CONFERENCE TO ANNOUNCE THE 7TH EDITION OF ENVIRONMENTAL FILM FESTIVAL OF ACCRA.
Environmental Film Festival of Accra (EFFA) started 7 years ago as a small gathering of film enthusiasts and environmentalists. It is now Accra’s environmental event of the year and Ghana’s fastest growing film festival, attracting over 10,000 people last year. The press conference will announce the 7th edition of EFFA scheduled for Thursday 9 June 2011, with details of the festival programme, special events and features, including:

1. Preview of films from Ghana and around the world
2. First Environmental Film competition
3. State of the Environment Forum
4. Waste Conference
5. Recycled clothes show
6. Open air cinema
7. Young Film Makers Workshop and
8. Special screenings for schools and young people
The press conference will also announce the partners and collaborators for the 7th edition, the biggest, so far. More details on EFFA can be found at www.effaccra.org

Ich schreibe sobald es Neuigkeiten gibt!

Hier noch als letztes noch ein interessantes Video:

Chris Anderson: How web video powers global innovation:

Dank einer netten Email von Viktoria Trosien aus Berlin (Tiburon-TV/e-challenge/getattention) bin ich auf dieses Video gestoßen. Es lohnt sich, also schaut mal rein.

 
1

Wir wurden nominiert!! Und zwar in Ghana! ENVIRONMENTAL FILMFESTIVAL

Veröffentlicht von tom am 29. Mai 2011 in Afrika, AIM, Film, Ghana, Komenda

Ghanas Environmental Filmfestival

.. hat mir gerade ein Zusage gesendet, dass unser Film “Save Our Children“  für das diesjährige Filmfestival in Accra ausgewählt wurde!

Das EFFA ist eines der größten Filmfestivals in Ghana und wir von sehr vielen Organisationen und Institutionen unterstützt:

Zu dieser Nominierung gibt es noch eine kleine Geschichte, die ich an dieser Stelle erzählen will.
Meine Schüler, AIM  und ich hatten uns schon 2010 für EFFA mit “Save Our Children” beworben..leider hatten wir von EFFA erst 5 Tage nach dem Abgabetermin erfahren und so kam es, dass unser Film nicht einmal angeguckt wurde.
Jetzt habe ich 360 Tage gewartet und mit der Hilfe von AIM Komenda es geschafft den Film noch einmal pünktlich an zu melden. …und.. es hat geklappt!

Das warten hat sich gelohnt.
Endlich werden die Jugendlichen auch in Ghana für ihre Arbeit gelobt!!

Was hat “Save Our Children” eigentlich noch bewirkt? Was kann man mit einem einzigen 15 Minuten Film über die Wünsch und Visionen von jugendlichen aus Komenda im Bezug auf die Umweltverschmutzung vor Ort und international alles erreichen?
Ich bin selber immer wieder erstaunt wie viel Power hinter so einem kleine Projekt steht. Einer der größten Erfolge, von dem ich auch hier auf den Blog berichtet habe war, dass sich die Dorfbewohner in Komenda (zumindest ein Teil) Gedanken über den Strand gemacht – und ihn gesäubert haben. Das war mir am wichtigesten, denn Ziel des Filmworkshops ist es in Komenda bzw. Ghana nachhaltig etwas zu verändern. Das schaffen wir jetzt eventuell auch wieder mal dank EFFA.
Die vorher-nachher Bilder von dem ersten Erfolg in Komenda könnt ihr ein paar Einträge vorher unter dem Titel “Der Erfolg von Save Our Children” sehen!

Eine weiter Story, die ich bis jetzt noch nicht erwähnt habe, war die Reise nach Peru, da “Save Our Children” auf einer Konferenz von Galli, gefördert durch die Europäische Union, vorgestellt wurde. Das ganze war während meinem Jahr in Ghana passiert.
Ich denke das ist einen extra Eintrag wert, den ich bald noch einmal schreiben werde. Gerade passiert schon wieder so viel Neues….
Bleibt dran! Es sieht so aus als ob Ghana schon sehr bald wieder in den Mittelpunkt meines Lebens rückt.

Blessed Love!

euer Tom

 
5

Sonnenschein.

Veröffentlicht von tom am 20. März 2011 in AIM, Film, Komenda

Auch wenn die Welt gerade an so vielen Orten in Flammen auf geht, gibt es zum Glück immer wieder schöne Momente, die einem doch ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
Auch wenn ich manchmal die Hoffnung in die Menschen verliere, wenn ich die unvorstellbaren Gräueltaten sehe, gibt es doch immer wieder Dinge die mich dazu bewegen weiter das zu machen, was ich für gut und wichtig halte.
Auch wenn ich als Einzelner nur wenig an diesen Verbrechen ändern kann, versuche ich weiter im kleinen Stil zu helfen und durch ein Medium/ Medien wie diesen Blog oder meine Filme als Multiplikator zu funktionieren und darauf aufmerksam zu machen.

Kleine Dinge die einem Hoffnung geben.

Kleine Dinge die einem Hoffnung geben. <3 Tom, Leon & Layla

POSITIVES IN GHANA

Sonnenstrahlen kommen, besonders die Tage, auch aus Ghana zu mir/ uns durch.
Auf sich aufmerksam zu machen, haben nämlich auch die Jugendlichen im Filmworkshop gelernt. Sie nutzen Filme jetzt als Mittel um auf sich und ihre Lebensumstände aufmerksam zu machen.
Das beweist einer ihrer neuen Filme, der zusammen mit meinem tollen Nachfolger Phillip Brand entstanden ist.

Auf africa-help.org gibts den ganzen Artikel über die neuen Projekte des Filmworkshops in Komenda: http://africahelp.org/blog/aim/der-letzte-schliff/
Auch kann man hier unter suche noch einmal die alten Projekte nachlesen wie z.B. “Save our children” oder “Go Blackstars” sowie den Bau des Ausbildungszentrums verfolgen.

Zu der Dokumentation, die von den Jugendlichen gedreht wurde, gibt es noch folgendes zu sagen:
Emanuel hat es wirklich so sehr verdient! Er hatte lange Zeit einen schweren Stand in Komenda.
Diese 8 Minute-Dokumentation wird alle die mal wach rütteln, die ihn immer schlecht behandelt haben und zeigt warum er so ist wie er ist.
Ich hatte mich für ihn eingesetzt, ihn mit zum Filmworkshop genommen bis er irgendwann von alleine kam und genau das macht es Phil und der Filmworkshop jetzt auch. Film machen ist Teamwork und so fand Emanuel zum ersten mal richtig Anschluss und ein paar Leute, die hinter ihm stehen. Vielleicht wird der Film sogar dazu beitragen, die finanziellen Probleme zu beseitigen. Wer weiß, wer ihn alles jetzt sieht…
Wobei man hier nicht vergessen darf, dass es vielen Kindern und Jugendlichen in Komenda so geht wie Emanuel.
Francis, ein sehr engagiert Junge aus dem Filmworkshop bzw. ein junger Kameramann – wie er es sich für seine Zukunft wünscht – verdient sein Schulgeld auch nicht anders.
Er verkauft Handy-Guthaben für einen Cent-Stundenlohn und viele müssen sogar ganz zu hause bleiben.
Aber wie gesagt – diese Doku machen den ersten Schritt um das mal öffentlich zu machen!!

Der Workshop ist, so wie es mein größtes Ziel war, nachhaltig geworden! Das ist für mich eine der wohl tollsten Ereignisse seit dem Jahresanfang. Besser hätte es nicht kommen können.

Und sobald ich nach Ghana zurück gehe, werde ich versuchen mich weiter für die Jugendlichen ein zu setzten. Das nächste Projekt in der Hinsicht, wird der Versuch eine Partnerschaft zwischen Filmuniversität in Accra sowie dem staatlichen Fernsehsender GTV und Filmworkshop in Komenda auf zu bauen um die berufliche Perspektiven in dem Filmbereich weiter zu sichern..

Was ich damit meine, wenn ich sagen es gibt Momente in denen ich Lächeln kann und in meine Hoffnung bestärkt werde, sind Momente wie dieser, als ich folgendes Video gesehen habe.
Den Kurzfilm haben mir die Jugendlichen aus Komenda geschickt. Ich muss sagen, hier kam mir sogar eine Träne in die Augen. Ich vermisse alle schon wirklich sehr..aber bald werden wir uns wieder sehen.

Schön oder :)
Wer sich wundert warum sie sogar meinen Namen mit sich selber schreiben, der sollte wissen, dass dies ein Zeichen ist mir zu zeigen, das sie etwas im Workshop gelernt haben.
Genau so etwas (nur nicht mit meinem Namen) hatten wir gemacht, als wir ganz am Anfang gelernt haben, dass aus Fotos Film entstehen kann. Wir haben über die 24 Bilder pro Sekunde gelern, dass das Auge den unterschied nicht mer erkennen kann. Das ganze nennt sich StopMotion. Wir haben es anhand von Fotos, dann an uns selber (Siehe Clip) und zum Schluss sogar mit Knetmännchen versucht. Jedem wurde so spielerisch klar worin die Ursprünge des Film liegen – natürlich in der Fotografie.

Hier ist der Stop-Motion-Clip:


Start2think-Filmworkshop Komenda

Start2think-Filmworkshop Komenda

Abel mit unserem Filmcrew Armband

Abel mit unserem Filmcrew Armband

Film Theorie "Einstellungsgrößen"

Film Theorie "Einstellungsgrößen"

Fleißiges Bienchen :)

Fleißiges Bienchen :)

Cultural Links Ghana. Ein Teil meiner Klasse beim Open-Air-Unterricht

Cultural Links Ghana. Ein Teil meiner Klasse beim Open-Air-Unterricht

Francis und sein Polizeiofficer / Filmübung: Claymation

Francis und sein Polizeiofficer / Filmübung: Claymation

CLAY MATION - Aus Fotos und Lehm wird ein Film

CLAY MATION - Aus Fotos und Lehm wird ein Film

Stick together - WE ARE ONE. Start2think...jeaah!

Stick together - WE ARE ONE. Start2think...jeaah!

Was ist noch tolles bis jetzt dieses Jahr passiert..
So viel..wenn man mal optimistisch an alles ran geht. Es gibt noch ein paar Sachen die man an dieser Stelle erzählen könnte – aber um den Blogeintrag nicht zu sprengen, teile ich das lieber auf und belasse es mal bei den tollen Video der Filmcrew aus Komenda!

Eins habe ich aber die letzte Zeit deutlich festgestellt. Eine meiner größten Stärken ist Menschen zu verbinden, auch schon in und vor Ghana. Manchmal muss ich nur dem einen vom dem anderen erzählen und schon löst sich ein Problem von alleine oder ein tolles Projekt entsteht. Darauf gehe ich bei den nächsten Einträgen genauer ein. Start2think for innovation.. together as one!

Heute ist übrigens mein 21. Geburtstag! Also sage ich noch zu Abschluss: “GIVE THANKS FOR LIFE AND BLESS THE FAMILY AND FRIENDS”
Ich wünsche mir heute ganz bescheiden mal nur eine Sache ..einfach ne bessere Welt.
Muss auch nicht eingepackt sein. Danke! :)

Blessed Love,
euer Tom

 
4

Ferienbeginn in Ghana – Talent Variety Show

Veröffentlicht von tom am 22. Juli 2010 in Film, Komenda

In zwei Stunden werde ich mich auf den Weg nach Lome (Togo) machen und meine Westafrika-Reise beginnen. Stueck fuer Stueck wird sich das Puzzel meiner Reise zusammensetzten. Ich lass mich einfach von jedem neuen Tag ueberraschen. Hier kann sowas nur gut gehen. ;) 

Nun noch ein Film, damit ihr was habt bis ich dann mal von der Reise und dem Workshop berichte.
Genau passend zu den Sommerferien in Deutschland will ich euch noch einen Einblick geben, wie man in Ghana den letzten Schultag feiert. Ganz besonder mag ich das Ende..also nehmt euch ruhig mal die Zeit und geniesst die Show, die die Kids selber geplant haben! Die Schule, die ihr sehen werdet, ist ueberigens ein von drei JHS’s in Komenda  (Junior High School). Um es einfach zu erklaeren : Die 2 Stufe zwischen Grundschule (Kindergarten/Creche) und Abitur (SHS). Einige meiner Workshop-Kids gehen auch genau dort zur Schule und in der gleichen Halle treffen wir uns oefters mal fuer den Workshop (z.B. fuer Filmvorfuehrungen).

Viel Spass mit dem Film! Ich war selber erstaunt was die Kids so drauf haben!!

Beste Gruesse aus Accra,

euer Tom

 
17

GO BLACK STARS!

Veröffentlicht von tom am 25. Juni 2010 in Film, Ghana, Musik

Ich mach es kurz.
Im Grunde wollte ich (schon während der Dreharbeiten) über den sau spannenden aber doch auch hektischen und extrem anstrengenden Dreh dieses Videos berichten. Aber das lasse ich jetzt erstmal außen vor und präsentiere euch das Endprodukt!

Wir.
Milena, die Kids vom Youth Club, ein paar der 4/20. Studios Mitglieder und ich haben etwas auf die Beine gestellt, das jetzt in ganz Ghana gesehen wird. Ihr wisst, wir haben in unserem Youth Club auch eine Musikgruppe. Zusammen mit Milena hatten die Kids einen Song für das ghanaische WM-Team gemacht.
Also habe ich mit meiner Gruppe einen Film dazu gedreht! Wegen des Zeitdrucks waren meine Kids diesmal vor der Kamera aktiv. Aber wir haben es pünktlich geschafft! Einen Tag vor dem Spiel Deutschland/Ghana war ich fertig mit dem Schneiden und so sind Milena und ich nach Accra gefahren und haben es an verschiedene Fernsehstationen verteilt. Der Film läuft mittlerweile auf allen großen Fernsehstationen im ganzen Land (GTV, TV3, MetroTV etc.) und wird immer wieder gespielt.

Da ich in Accra war hatte ich auch die Gelegenheit es hoch zu laden. Es war echt anstrengend und hat mich ca. 12 Stunden gekostet aber jetzt ist es online also will euch nicht weiter auf die Folter spannen und deshalb wünsche ich euch viel Spaß mit dem Clip!

Für alle bei denen das Video hier nicht zu sehen ist…
Hier der Link zum Video: http://www.youtube.com/watch?v=lfP7C_OUSsk
(Leider ist die Qualität bei YouTube nicht ganz so gut wie das Original…liegt an der sehr schlechten Internetverbindung

Ach übrigens. Über den Sieg der Deutschen gegen Ghana waren die Ghanaer keineswegs böse. Ganz im Gegenteil. Da alle weiter sind wurde auch hier für Deutschland mitgefeiert und zwar die ganze Nacht! Generell liebt man Deutschland hier. WE ARE ONE!

One Love,

Euer Tom

UPDATE: Hier ein Artikel zum Film aus Sicht von AIM.: http://africahelp.org/blog/aim/go-blackstars/

 
4

Es geht weiter!

Veröffentlicht von tom am 9. Mai 2010 in Komenda

Wenn das nicht ein schöner Start in die Woche ist. Seit langem wieder mal ein Lebenszeichen!
Woooow.
Ich weiß gar nicht wie ich wieder anfangen soll den langsam platze ich fast vor Geschichten, die mir in den letzten drei Monaten passiert sind.
Erstmal will ich mich bedanken! Ich bin froh, dass ihr selbst nach dieser etwas längeren Schreibpause immer noch vorbei schaut und wissen wollt was in Ghana vor sich geht. Danke dafür!

Daumen hoch.

Daumen hoch.

Ich will gleich mal mit einer guten Nachricht anfangen und von dem Erfolg erzählen, den wir dank unseres Films „Save our Children“ hier in Komenda hatten. Den Film hatten wir damals gedreht um auf die Umweltproblem in Komenda aufmerksam zu machen.
Alleine, dass wir an den Müll-Brennpunkten Komendas gedreht haben, hat sich wohl schnell herumgesprochen und dementsprechend wurden von den Bewohnern Maßnahmen ergriffen. Ich war eine ganze Weile nach dem wir den Film fertig hatten wieder am Strand, um nochmal den Müllberg zu fotografieren. Doch was ich vorgefunden haben war das exakte Gegenteil.
Der Müllberg am Strand, der extrem verschmutze Strandabschnitt, sowie die öffentlichen Toiletten in denen wir gedreht hatten waren komplett gesäubert. Ich haben ein paar Vorher/Nachher Bilder gemacht um den Unterschied mal deutlich zu machen.

Der Müllberg (Vor dem Film)

Der Müllberg (Vor dem Film)

Der Müllberg (Nach dem Film)

Der Müllberg (Nach dem Film)

Der Strandabschnitt (Vor dem Dreh)

Der Strandabschnitt (Vor dem Dreh)

Der Strandabschnitt (Vor dem Dreh)

Der Strandabschnitt (Vor dem Dreh)

Der Strandabschnitt (Nach dem Dreh)

Der Strandabschnitt (Nach dem Dreh)

Es gibt immer noch kein einheitliches Müllentsorgungssystem aber das der Wille für eine Änderungen da ist, hat diese Aktion gezeigt. Änderungen brauchen ihre Zeit. In den großen Städten werden diese Änderungen langsam sichtbar, denn eine Art Müllabfuhr wird gerade eingeführt. Die Leute in Komenda sind zur Zeit noch gezwungen ihren Müll in der Natur zu entsorgen. Aber klar ist: Da wo schon alles vermüllt ist, ist es einfach noch etwas drauf zu schmeißen. Jetzt, wo der Strand gesäubert ist,wird es mindestens einen „Aha-Effekt“ geben und etwas mehr Überwindung kosten neuen Müll dort hin zu schmeißen. Und dieser Denkanstoß war ja auch unsere Absicht – Start2think!

Beste Grüße aus Ghana und einen gechillten Start in die Woche!
Euer Tom

 
3

Das Aufflammen der Lebensenergie. „SULIA!!“

Veröffentlicht von tom am 7. Februar 2010 in Ghana

Glücklich. Ein paar gechillte Minuten auf der weichesten Wiese auf der ich je lag. (Ort: Voltaregion/Wli an der Grenze Ghana/Togo)

Glücklich. Ein paar gechillte Minuten auf der weichesten Wiese auf der ich je lag. (Ort: Voltaregion/Wli an der Grenze Ghana/Togo)

“In Deutschland arbeitet man auf dem Freitag hin und hasst den Montag – in Ghana ist auch unter der Woche Wochenende!”, sagt Milena und ergänzt: Schreib das mal auf, das is n` Zitat wert!
Kurz vorher habe ich, während wir die Hauptstraße von Komenda runter liefen, unverhofft einfach in einem glücklichen Ton ein „Ghana ist schon verdammt gut! Wie cool die meisten Leute hier sind!“ ausgestoßen und mir meinen Teil dazu gedacht.

Es ist unheimlich schwer das Feeling, das man hier hat, in Worte zu fassen, dann in Buchstaben zu pressen und bis nach Deutschland zu senden und zu hoffen, dass es von euch richtig entschlüsselt wird ohne, das dabei Informationen verloren gehen.
Das Zitat am Anfang des Blogs gefällt mir immer noch sehr gut. Ich sehen jeden Tag wieder Dinge die mich auf eine angenehme Art verwirren. Sachen, die man nie erwartet hätte. Und doch ist vieles sehr sehr gleich. Eben diese Ähnlichkeit die man spürt, obwohl man sich gefühlt in einer „ganz anderen Welt“ befindet.

Heute habe ich mir gedacht, dass du hier sogar einfach nur an der Straßenecken stehen kannst und es ist trotzdem vorprogrammiert, dass irgendetwas etwas passiert. Als ich so an der Straßenecke stehe und darüber nachdenke läuft ein kleiner Junge vorbei und summt ein Lied. Er hat, was mich etwas verwirrt, über seinen Kopf eine durchsichtige Plastiktüte gezogen und klopft zwei Schrauben aneinander, während er dazu im Tanzschritt läuft. Nach vier Schläge, hebt er das rechte Bein leicht anwinkelt nach hinten und nach den nächsten vier das Linke. So läuft er im gleichmäßigen Tempo an mir vorbei ohne mich auch nur an zu gucken. Ich frage Josia, was der Junge macht und er antwortet nur: „He is just happy.“ Ein Mann kommt vorbei und grüßt nett, man plaudert kurz und wir gehen weiter. Milena läuft neben mir als von der Seite ein Mädchen auf Milena zu läuft. Sie reicht Milena die Hand. Schüttelt sie länger. Umarmt sie und bleibt, mit dem Arm um sie gelegt, stehen. Dann nimmt sie beide Hände von Milena und fängt an mit ihr zu tanzen. Josia holt sein Handy raus und es fangen beide an auf Lil Wayne zu tanzen. Nach einer Weile gehe wir weiter und das Mädchen küsst liebevoll Milenas Hand zum abschied. „Kennst du sie?“, frage ich Milena. „Nein, aber war doch nett.“
Ich könnte noch hundert solcher Geschichten erzählen, da jeden Tag einige passieren. Hier wacht man morgens auf ohne zu wissen was auf einen zu kommt. Von diesen täglichen Erlebnissen sind nur sehr sehr wenige negativ. Und für das kleine bisschen Negatives gibt es meistens auch eine recht guten Grund. Trotzdem denkt man in Deutschland anders.

Es ist enorm verdreht. Das Bild von Afrika in den deutschen Köpfen. Wenn man bedenkt, dass man regelmäßig nach Italien oder Frankreich fährt oder nach Mallorca fliegt, um dort Urlaub zu machen und das zu sehen was man schon mal besucht hat, aus dem Fernsehen oder von Fotos kennt und man dadurch aus Gründen wie Angst vor den Ungewissen, diesen Schwarzen, aus Scham über die Vergangenheit oder oder oder etwas wie Ghana, das vom Flug her genau so teuer wäre, verpasst. Mist. Man verpasst nicht nur Ghana, sonder einiges im Leben! Ich glaube wenn man einmal den Schritt wagt, dann geht es ganz schnell und man will noch mehr von der Welt sehen. Man merk was man für einen kleine Sicht hat, wenn man mal etwas Abstand gewinnt bzw. Distanz aufbauen kann. Jetzt habe ich auch verstanden, wie viel Gutes in dem Tipp von meinem Vater steckte, als er (als ich noch in der Schule war) manchmal sagte, ich solle mich doch mal zurück lehnen und alles von etwas weiter oben betrachten. Mittlerweile habe ich etwas an Höhe gewonnen – ich bin nicht so naiv und sage, dass ich jetzt einen wirklich guten Blick über alles hätte. Aber ich habe den ersten Schritt gemacht und ab jetzt wird mich nichts mehr davon aufhalten noch mehr von der Welt zu sehen, in verschieden Länder zu reisen, Kulturen kennen zu lernen und zu versuchen den Mensch als solches vielleicht ein bisschen neu zu verstehen anstatt meine generell sehr geringe Lebenszeit mit überwiegend unnützen Sachen zu verschwenden.
Afrika – der verloren Kontinent. Das ist bei dem meisten das übliche Bild.
Das man damit über 50 Länder, 2000 Sprachen und so viel Gutes in eine Schublade steckt ohne weiter drüber nach zu denken ist den Meisten gar nicht bewusst. Sätze wie „Huch! Afrika! Ghana!?? Pass aber ja auf!!“, „Komm mir bloß lebend zurück!“, oder „Hast du denn keine Angst?!“ die mir Personen kurz vor meiner Abreise mitgegeben haben verachte ich mittlerweile noch mehr. Da wären wir wieder beim Thema „sich mehr vor dem Ungewissem fürchten als vor der Ähnlichkeit.“ Ich habe mich mit dem Satz auf der Hauptstraße auch wieder ein Stück mehr selbst ertappt. Ich habe mir in Deutschland alle Mühe gemacht, mich so Vorurteilsfrei wie möglich zu verhalten. Es geht aber einfach nicht. Dafür haben wir zu wenig Zugang zu guten Nachrichten und Storys aus Afrika. News über Hungersnöte, Krieg und Krisen verkaufen sich leider besser als Geschichten von Menschen die einfach glücklich und zufrieden leben und ihr Leben sehr gut meistern. Von daher muss man auch diese Sätze etwas anders beleuchten die man mir vor meiner Abreise an den Kopf geworfen hat. Man kann eben auch nur wenig über etwas wissen, wenn man keine Interesse hat das Ungewisse kennen zu lernen und sich mit den 20:00 Nachrichten und den 30 Sekunden Krisen-News über ein afrikanisches Land die auch nur an manchen Tagen kommen, zufrieden gibt.
Jetzt bin ich über das „Selbstertappen“ etwas von Weg abgekommen.Was eigentlich der Sinn dieses Eintrags ist. Ehm. Im Grunde nur die Nachricht: „Ghana ist schon verdammt gut! Wie cool die meisten Leute hier sind!“. Und so viel muss man beschrieben damit ihr ungefähr versteht, was für ein Gedankengang und welche Bilder hinter dem glücklichen Ton, der auf der Hauptstraße aus meinem Mund kam, steckten.

MEDOCH GHANA! ICH LIEBE GHANA!

 
0

Das vermutete Blutbad.

Veröffentlicht von tom am 5. Februar 2010 in Ghana

Jetzt habe ich mich mal wieder selber ertappt.
Aber ich muss sagen es wird jedes mal besser und tut gut wenn man die Erkenntnis hat.

Als ich noch in Deutschland gelebt habe, dachte ich, dass ich (fast) frei von Vorurteilen – und vor allem sehr tolerant für alles Mögliche bin. Im Vergleich zu vielen Deutschen ist das bestimmt auch so gewesen aber schon beim Vorbereitungsseminar in Köln, bei dem wir auf die Lebenssituationen in unseren zukünftigen Ländern etwas gewappnet wurden, habe ich im Kurs „Interkulturelle Kommunikation“ das ein oder andere mal gemerkt, dass man von Grund auf mit Vorurteilen erzogen wird. Es liegt an unserer Denkweise, der Kultur, an dem was wir in der Schule lernen, an den Nachrichten etc….
Das Seminar und vor allem Ghana helfen mir gerade Vorurteile und andere Gedankengänge, die man unterbewusst in sich versteckt hält aber doch auslebt, zu finden.
Gestern kam Milena und meinte, dass die Moslems morgen einen Feiertag haben. Sie war in Accra und hat gesehen wie jede Menge Schafe, Ziegen und Kühe durch die Gegend gefahren wurden, da an dem Feiertag jede Familie (die es sich Leisten kann) ein Tier „opfert“. Auch in Komenda gibt es viele Moslems. Da ich sehr kritisch mit dem Thema „Religion“ umgehe wollte ich am nächsten Morgen einen Blogeintrag über die extremen religösen Ansichten der Mensch hier schreiben und mich natürlich auch zu dem „Opfern“ äußern. Die Äußerung wäre wahrscheinlich überwiegend negativ ausgefallen. Ich meine klar ist es krass wenn man überlegt, dass in so vielen Ländern parallel so viele Tiere „ausbluten“. Aber als ich dann im Nachhinein gedacht hab wie selten hier an anderen Tagen geschlachtet wird und wie viele Tiere in Deutschland industriell in einer Stunde „zerheckselt“ werden, dann ist die Relation schon wieder eine ganz andere. Als ich den halben Artikel fertig hatte, dachte ich, dass es falsch ist ,sich über dieses Schlachten zu äußern, wenn man nur das erzählen kann, was man sich in seinem Kopf zu diesem Thema ausmalt. Strg + a und ← und der Text war gelöscht. Da wir im „Songo“, dem muslimischen Viertel von Komenda, leben, bin ich zu unserer Nachbarin gegangen und habe gefragt wann und wo diese Feier genau statt findet, weil ich mir erstmal selber ein Bild von allem machen wollte. Sie hat mich zu ihrem Mann geschickt der dann wiederum eine Frau geschickt hat, die mich zu einem anderen Mann gebracht hat, der mir dann den Platz gezeigt hat.

Als ich ankomme, werde ich von einem Dutzend Männern, von denen die Hälfte traditionelle Gewänder tragen und die anderen ganz normale Sachen wie Jeans und Basketballtrikots, sehr freundlich empfangen. Sie bedanken sich herzlich, dass ich sie besuche, bringen mir einen Stuhl, gekühltes Wasser und bedanken sich nochmal. Wir sitzen zusammen und ich schaue über ihre Schultern und beobachte den Platz.
Das Schlachten hat schon stattgefunden und sehe da. Ich hätte es komplett anders beschrieben als jetzt. Erstens sind es gar nicht so viele Tiere, da sich hier aus Geldmangel bis zu sieben Familien ein Tier teilen und zweites wird jedes Teil vom Tier genutzt. Das Fleisch von den Schafen und den Kühen liegt auf einen Riesengrill mit einer faszinierenden Konstruktion. Ein Mann spannt gerade mit Holzpflöcken die Felle der Tiere und selbst die Köpfe der Tiere, so sagt mir einer der Männer, werden nach dem das Fleisch über dem Feuer gegrillt ist auch noch in die Glut gelegt und das Fleisch davon dann gegessen.

Ich sitze noch zwei Stunden mit den Männern zusammen. Wir unterhalten uns über die schlechte Arbeitssituation in Komenda. Wir diskutieren darüber, das fast alle Männer hier Arbeitslos sind, da es so gut wie keine Firmen oder Unternehmen in Komenda gibt die Leute anstellen. Die Zuckerfabrik die fast ganz Komenda beschäftigt hat und noch ein Überbleibsel der britischen Kolonialzeiten war, ist schon seit den 80ern geschlossen. Darüber werde ich wann anders aber noch berichten. Ich frage ob ich ein paar Fotos machen kann. „Don`t worry. Feel free.“

Sobald ich die Kamera raus hole stehen 20 Kinder am Rand des Platzes. Fotos sind eine Sensation. Sich auf dem Display der Kamera zu sehen ist für die Kinder das Größte. Ich mache erste ein paar Fotos vom Grill und den Fellen und dann von den Kids. Dann werden auch die Männer munter und wir starten eine kleine Fotosession.

Mittlerweile ist das Fleisch gut und vor mir steht eine große Schale mit Reis und einer leckeren Soße, dazu gibt es das frisch gegrilltes Fleisch. „Chop my friend, chop more“. Iss mein Freund, iss so viel du kannst. Wir sitzen alle um die Schale und essen mit den Hände. Als die Schale leer ist kommt die Nächste. Nachdem wir alle satt sind bekommen die Kinder essen. Mir ist aufgefallen, dass nur kleine Mädchen (bis 10 Jahre) auf dem Platz sind und gar keine Frauen. Das ist die Regel bei der Feier. Die Frauen sitzen außerhalb, unterhalten sich und bereiten den Reis und die Innereien der Tiere zu. Amina, die auch auf dem Platz ist, führt mich zu ihrer Mutter. Ich werde herzlich empfangen und die Frauen fragen ob ich sie nicht mal Fotografieren könnte.

Wir sitzen noch eine Weile zusammen und dann gehe ich wieder zu den Männern.
Als ich ankomme begrüßt mich einer der Männer mit „Hallo, wie geht es dir“. Er hat vor langer Zeit mal ein paar Sätze Deutsch gelernt und wir unterhalten uns etwas. Danach verabschiede ich mich von allen und gehe zum AIM. Meeting.
Serdar Somuncu, ein deutsch türkischer Stand-Up-Comidian, hat einmal gesagt:
„Tatsächlich scheint es ein Hauptmotiv von Fremdenhass und Ausländerfeindlichkeiten zu sein, dass man sich mehr vor dem Ungewissem fürchtet als vor der Ähnlichkeit.“Ich denke das war die Lektion des Tages.
Bevor man urteilt – erstmal kennen lernen!

Euer Tom

Copyright © 2012 start2think blog All rights reserved. Based on the theme by Laptop Geek.